Politik | Ausland
02.04.2018

Montenegro: Bombenexplosion vor Haus von Enthüllungsjournalist

Wachsende Konflikte unter organisierten kriminellen Banden: Behörden sehen verschlechterte Sicherheitslage im Balkanstaat.

Vor dem Haus des Enthüllungsjournalisten Sead Sadikovic in der Kleinstadt Bijelo Polje in Montenegro ist in der Nacht auf Montag eine Bombe explodiert. Bei der Explosion ist ein Wagen beschädigt worden, Verletzte hat es nicht gegeben, berichtete das Internetportal der Tageszeitung Vijesti am Montag.

Der montenegrinische Journalistenverband hatte vor einiger Zeit auf Drohungen gegen Sadikovic im Zusammenhang mit seiner Arbeit hingewiesen.

Kurz vor der jüngsten Bombenexplosion wurde in Podgorica am Sonntagabend nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates mitgeteilt, dass sich die Sicherheitslage im Adria-Staat infolge von wachsenden Konflikten unter organisierten kriminellen Gruppen in den letzten Monaten verschlechtert habe.

Siebende Bombe seit Jahresbeginn

Die Bombenexplosion vor dem Haus von Sadikovic war schon der siebente Bombenangriff in Montenegro seit Jahresbeginn. Zuvor war in Podgorica am 28. März eine Person bei einer Bombenexplosion ums Leben gekommen. Bei einer Schießerei mitten am Tag waren am Samstag ebenfalls in Podgorica zwei Personen getötet worden.

Am schlimmsten scheint die Situation allerdings in der Küstenstadt Kotor zu sein, wo laut Medienberichten seit 2013 bereits 30 Menschen ums Leben gekommen sind.

Nachbar Serbien reagiert 

Serbiens Innenminister Nebojsa Stefanovic erklärte am Sonntag, dass sein Land nicht den "Import von Abrechnungen unter kriminellen Gruppen aus Montenegro" zulassen würde. Serbische Medien hatten zuvor berichtet, dass die jüngste Welle der Bombenangriffe mit Fehden montenegrinischer Krimineller in Serbien ein Jahr davor zusammenhingen.