Mindestens 15 Leichen an Libyens Küste angespült
Ein Schlauchboot voller Flüchtlinge vor der Küste Libyens. (Foto aus dem Archiv)
Zusammenfassung
- An der Ostküste Libyens wurden mindestens 15 Leichen von Migranten geborgen, nachdem ein Boot mit rund 61 Menschen an Bord vermutlich vor Tobruk gekentert war.
- Nach Angaben von Sicherheitskreisen, Marine und Medizinern könnten weitere Tote gefunden werden; zehn Menschen überlebten, 13 Migranten wurden in Chumas medizinisch versorgt.
- Libyen ist seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi 2011 eine wichtige Transitroute für Migranten auf dem Weg nach Europa und zugleich Ziel verarmter Arbeitsmigranten.
An der östlichen Mittelmeerküste Libyens sind die Leichen von mindestens 15 Migranten angespült worden, darunter die eines Mädchens. Ihr Boot sei vermutlich gekentert, sagten am Samstag Insider von Sicherheitskreisen, Marine und Mediziner. An Bord des Schiffes hätten sich nach Angaben von zehn Überlebenden rund 61 Menschen befunden, sagte ein Vertreter der Marine. Die Leichen wurden an mehreren Stellen entlang der Küste von Tobruk geborgen, einer Stadt nahe der Grenze zu Ägypten.
Zwei Mitarbeiter der Sicherheitskräfte sagten, die Leichen seien stark verwest. Es könnten noch weitere Tote gefunden werden. Auf von der Hilfsorganisation Roter Halbmond in Tobruk auf Facebook veröffentlichten Bildern war zu sehen, wie Freiwillige in weißen Schutzanzügen Leichen an felsigen Küstenabschnitten bargen und in weiße Plastiksäcke legten. Seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 ist Libyen zu einer wichtigen Transitroute für Migranten geworden, die vor Konflikten und Armut über das Mittelmeer nach Europa fliehen.
Unabhängig davon teilte das Notfallmedizin- und Unterstützungszentrum in der Stadt Chumas mit, dass seine Ärzte 13 Migranten behandelt hätten, deren Boot vor der Küste gekentert sei. Das Zentrum untersteht dem Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Tripolis. Die vom Öl abhängige libysche Wirtschaft zieht zudem verarmte Migranten auf der Suche nach Arbeit an.
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