Politik | Ausland
20.01.2018

Migrantenproteste in Hotspot auf Lampedusa

Tunesier bewarfen Sicherheitskräfte mit Steinen. Ein Polizist wurde leicht verletzt.

Auf der süditalienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sind Freitagabend Migrantenproteste ausgebrochen. Tunesische Migranten, die in dem Hotspot der Insel untergebracht sind, bewarfen Sicherheitskräfte mit Steinen. Ein Polizist wurde am Kopf leicht verletzt, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Hunderte tunesische Migranten, die sich seit Wochen auf der Insel befinden, drängen darauf, nach Sizilien gebracht zu werden. Einige von ihnen versuchten, auf Fähren zu gelangen, die Lampedusa mit dem Hafen Porto Empedocle auf Sizilien verbinden, wurden jedoch von den Sicherheitskräften aufgehalten.

Der Bürgermeister der Insel, Salvatore Martello, beklagte, dass einige Migranten unbewohnte Ferienwohnungen beschädigten. Über die Probleme der Insel wegen der hohen Zahl tunesischer Migranten sprach der Bürgermeister kürzlich mit Innenminister Marco Minniti bei einem Treffen in Rom.

Weil zuletzt vermehrt Flüchtlinge von Tunesien aus versucht haben, mit Booten nach Italien zu kommen, verhandelt die italienische Regierung derzeit mit Tunis, um die Zahl der Rückführungen tunesischer Migranten zu erhöhen. Italien hat zwar mit Tunesien ein Rückführungsabkommen abgeschlossen, dies sieht aber nur die Rückübernahme von maximal 30 Personen pro Woche vor.