Politik | Ausland
25.10.2018

"Migranten-Karawane" setzt Fußmarsch in Richtung USA fort

Nach einem Ruhetag geht es weiter durch Mexiko. Angesichts von Aussagen des US-Präsidenten kehren einige aber auch um.

Tausende Migranten aus Zentralamerika haben ihren Marsch durch Mexiko in Richtung USA fortgesetzt. Zwölf Stunden brauchte die Karawane am Mittwoch von der südmexikanischen Stadt Huixtla ins 60 Kilometer entfernte Mapastepec. Die meisten Menschen gingen zu Fuß oder fuhren teilweise per Anhalter mit.

In Huixtla hatten sie einen Tag Pause eingelegt, um ihre geschundenen Füße zu versorgen und Kräfte zu sammeln. Bis in die USA haben sie noch rund 3.000 Kilometer vor sich. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen gehören rund 7.000 Menschen der Karawane an. Die mexikanischen Behörden gaben ihre Zahl dagegen am Mittwoch mit 3.630 deutlich niedriger an.

"Wir gehen nicht, weil wir wollen"

Die meisten Migranten, die in Richtung USA ziehen, stammen aus Honduras. Der Marsch der Migranten hatte sich vor eineinhalb Wochen nach einem Aufruf in sozialen Medien in Bewegung gesetzt. "Wir gehen nicht, weil wir wollen, sondern weil wir von Gewalt und Armut vertrieben werden", hieß es darin.

Viele der Migranten sind nach Überzeugung des UNHCR asylberechtigt. Rund 1.700 Migranten stellten nach mexikanischen Regierungsangaben bereits einen Asylantrag. In Mexiko wird die Karawane zeitweise von der Bundespolizei begleitet, aber nicht gestoppt.

Als Reaktion auf den Migranten-Marsch hatte US-Präsident Donald Trump am Montag eine Streichung oder "substanzielle" Reduzierung der Finanzhilfen für Guatemala, Honduras und El Salvador angekündigt. Die drei Länder hätten nicht genügend getan, die Menschen an einer illegalen Einreise in die USA zu hindern, erklärte er. Er alarmierte darüber hinaus das US-Militär und den Grenzschutz.

Bei einigen führten die Drohungen des US-Präsidenten bereits zur Resignation. So sollen mehr als 100 Menschen ihren Marsch durch Mexiko abgebrochen haben und in ihre Heimat zurückgekehrt sein. Sie wurden in der Nacht auf Donnerstag (Ortszeit) mit Bussen nach Tapachula im Süden von Mexiko gebracht und von dort mit einer Polizeimaschine nach Honduras ausgeflogen.