Meta-Gründer Mark Zuckerberg lässt sich als KI-Avatar verewigen

Meta-Entwicklerteams arbeiten an einem "digitalen CEO" und an einem "Stabschef" für Zuckerberg, der dadurch immer für seine Mitarbeiter erreichbar sein soll.
FILE PHOTO: Meta CEO Mark Zuckerberg delivers a speech during the Meta Connect event in Menlo Park

In Menlo Park, mitten im Herzen des Silicon Valley, geht die Angst um. Seit der Durchbruch der Künstlichen Intelligenz (KI) die in der Region dominierende Tech-Branche umgekrempelt hat, geraten selbst die Platzhirsche unter Druck: Stetig sprießen neue Start-ups aus dem Boden, die trotz kleiner Teams hocheffizient arbeiten, weil sie KI-Modelle optimal nutzen.

So zumindest schrieb es Mark Zuckerberg, Gründer des weltgrößten Social-Media-Konzerns Meta (Instagram, WhatsApp) im Dezember an seine ca. 79.000 Mitarbeiter. Der Multimilliardär ist laut Brancheninsidern „besessen“ von der Idee, die Arbeitsabläufe in seinem Firmenimperium mithilfe von KI zu beschleunigen.

Der omnipräsente Firmenchef

Dabei geht es Zuckerberg offenbar in erster Linie um sich selbst: Wie die Financial Times berichten, arbeitet ein Team von Meta-Entwicklern seit Monaten an einer Software, die einen fotorealistischen, KI-gestützten 3D-Avatar des Firmengründers erstellen soll.

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Meta-Gründer Mark Zuckerberg.

Zuckerberg sei regelmäßig in Tests und Trainings des KI-Modells involviert. Die Figur soll seine Angewohnheiten, seinen Tonfall, seine Formulierungen nachahmen können – er nenne das „Vibe-Coding“ – und sie soll inhaltlich auf seine Pläne zur Strategie des Unternehmens trainiert werden.

Das Ziel: Im Gegensatz zum echten Zuckerberg soll der „digitale CEO“ für seine Mitarbeiter leichter erreichbar sein und schneller Feedback geben können. In Zukunft wolle Meta diese Technologie dann ausgewählten Nutzern, etwa prominenten Influencern, zur Verfügung stellen. Aktuell verschlinge der Zuckerberg-Prototyp aber noch zu viel Rechenleistung, um markttauglich zu sein.

KI ist bei Meta Pflicht

Laut dem Wall Street Journal arbeitet ein anderes Team an einem weiteren KI-Projekt für den Chef: Ein sogenannter „CEO-Agent“. Dieses Programm soll Zuckerberg bei seinem Job unter die Arme greifen, indem es etwa eigenständig Mitarbeiter „auf mehreren Ebenen“ kontaktiert und Informationen abfragt, zum Beispiel via E-Mail. Einer der Entwickler bezeichnet das Modell als „eine Art künstlichen Stabschef“.

Beide Projekte passen in eine umfassende KI-Offensive bei Meta. „Wir investieren in KI-gestützte Tools, damit einzelne Mitarbeiter mehr erreichen können“, so Zuckerberg im Jänner bei einer Telefon-Konferenz mit Investoren. „So wird die Arbeit mehr Spaß machen.“

Mitarbeiter werden Berichten zufolge nicht nur dazu aufgefordert, KI-Modelle zur eigenen Effizienzsteigerung in ihren Arbeitsalltag zu integrieren und ihre Ideen auf einer internen Plattform zu präsentieren – sie werden daran gemessen. Manche Möglichkeiten sind jedoch weiterhin nur ihrem Chef vorbehalten.J. Arends

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