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Politik Ausland
06/26/2020

Messerattacke in Glasgow: Tatverdächtiger war wohl Asylsuchender

Das Stadtzentrum wurde gesperrt. Der Tatverdächtige - offenbar ein Asylsuchender aus dem Sudan - ist erschossen worden, so die Polizei.

Bei einer Messerattacke in einem Hotel im schottischen Glasgow hat ein Mann sechs Menschen verletzt. Die Polizei erschoss den Täter. Die Behörden gehen nicht von einem Terrorangriff aus. Die Ermittlungen dauerten aber an, teilte die Polizei im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Medienberichte, nach denen der Angreifer drei Menschen getötet haben sollte, waren falsch.

Der Vorfall ereignete sich im Park Inn Hotel im Stadtzentrum. Im Hotel wurden während der Corona-Pandemie Asylsuchende untergebracht. Die Daily Mail und der Telegraph berichteten, dass es sich bei dem Täter um einen Asylsuchenden aus dem Sudan handeln soll. Er habe bereits zuvor Flüchtlingen Gewalt angedroht und habe über großen Hunger in dem Hotel geklagt.

Die Verletzten sind 17 bis 53 Jahre alt. Sie alle kamen ins Krankenhaus, darunter auch ein Polizeibeamter. Der Zustand des 42-Jährigen ist nach offiziellen Angaben stabil.

Das Park Inn in West in der George Street wurde großräumig abgesperrt. "Man geht davon aus, dass drei Menschen gestorben sind, nachdem sie auf dem Treppenaufgang eines Hotels mit einem Messer angegriffen worden sind", berichtete die BBC. Eine Augenzeugin sagte dem Sender Sky News, sie habe in der Innenstadt mehrere blutüberströmte Menschen gesehen, die von Sanitätern behandelt würden. Bewaffnete Einsatzkräfte würden die Umgebung sichern.

Die Polizei behandelte den Fall zuerst als terroristischen Angriff, Einsatzkräfte der Terrorabwehr sind vor Ort. Nachher änderte sie ihre Meinung: Es gäbe keinen Beweis für ein terroristisches Motiv. Laut Guardian sah ein Augenzeuge zwei Menschen mit Stichwunden im Eingangsbereich des Hotels liegen. "Einer von ihnen hat um sein Leben gekämpft, um Luft gerungen."

Die BBC zitiert einen Zeugen, der angibt, einen afrikanisch aussehenden Mann am Boden liegen gesehen zu haben. Er habe keine Schuhe getragen, jemand habe seinen Körper an der Seite gehalten; möglicherweise habe es sich dabei um eine Wunde gehandelt. 

Vergangene Woche waren in der südenglischen Stadt Reading drei Menschen nach einem Messerangriff getötet worden.

Britische Politiker sind entsetzt

Nicola Sturgeon, die Erste Ministerin Schottlands, reagierte umgehend auf Twitter, zeigte sich bestürzt und bat Menschen darum, keine "unbestätigten Informationen" zu verbreiten.

Auch Großbritanniens Premierminister, Boris Johnson, hat mittlerweile reagiert und zeigte sich "tieftraurig" ob des schrecklichen Zwischenfalls.