Italien-USA-Beziehung: Meloni beschwichtigt nach Online-Eklat
Einst Lieblingseuropäerin von Donald Trump, mutierte Giorgia Meloni binnen Stunden zu seiner Lieblingsfeindin. Jetzt versucht Meloni zumindest verbal die Wogen zu glätten.
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat nach dem öffentlichen Schlagabtausch mit US-Präsident Donald Trump eine Rückkehr zu normalen bilateralen Beziehungen zwischen Italien und den USA erklärt. "Ich war überrascht von dem, was passiert ist", sagte Meloni bei einer Veranstaltung der Zeitung "La Verità" in Rom. Sie wolle die Kontroverse nicht weiter anheizen. Die Zusammenarbeit zwischen Rom und Washington müsse wieder zur Normalität zurückkehren.
Meloni betonte, die Beziehungen zwischen Italien und den USA seien sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf institutioneller Ebene solide. Eine jahrzehntelange Geschichte der Zusammenarbeit werde nicht durch eine Auseinandersetzung in sozialen Medien infrage gestellt. "Außenpolitik darf nicht wie eine Reality-Show behandelt werden", sagte die Regierungschefin. An der traditionellen außenpolitischen Ausrichtung Italiens ändere sich nichts. Es sei weiterhin wichtig, die transatlantischen Beziehungen zwischen Europa und den USA zu stärken.
Innenpolitisch verteidigt Meloni die Arbeit ihrer Regierung
Zu internationalen Krisen äußerte sich Meloni vorsichtig optimistisch. Sie hoffe auf Fortschritte bei den Bemühungen um eine Einigung in der Straße von Hormuz. Zudem verwies sie auf laufende Gespräche zwischen Israel und dem Libanon, bei denen Italien eine wichtige Rolle spielen könne. Darüber wolle sie auch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron beim bevorstehenden bilateralen Gipfel der beiden Länder sprechen.
Innenpolitisch verteidigte Meloni die Arbeit ihrer Regierung gegen Kritik der Opposition. "Italien wird international zunehmend als Stabilitätsfaktor wahrgenommen", erklärte Meloni. Als Beispiele nannte sie die gestiegene Beschäftigung, sinkende Risikoaufschläge auf Staatsanleihen und höhere Investitionen in das Gesundheitssystem.
Kommentare