© APA/AFP/STR

Politik Ausland
03/03/2021

Mehrere Tote bei neuerlicher Polizeigewalt gegen Demonstranten in Myanmar

Bei neuen Demonstrationen gegen die Militärführung in Myanmar hat die Polizei am Mittwoch wieder mit scharfer Munition geschossen und mehrere Menschen getötet.

 achrichtenportale und Augenzeugen berichteten in sozialen Netzwerken von mindestens sieben Todesopfern in verschiedenen Landesteilen. Die Opfer waren auf Fotos zu sehen. Jedoch wurde befürchtet, dass die Zahl steigen könnte. Dutzende Demonstranten sollen teils schwer verletzt worden sein.

In Myingyan im Norden des Landes wurde laut übereinstimmenden Berichten ein Jugendlicher erschossen. Zwei weitere Demonstranten, ein 37-jähriger Mann und eine 19-jährige Frau, kamen in der Großstadt Mandalay ums Leben, wie das Portal Myanmar Now schrieb. In weiteren Berichten war von vier weiteren Toten in der Stadt Monywa die Rede. Die genaue Zahl der Todesopfer seit dem Beginn der Proteste ist derzeit unklar. Allein am Sonntag waren 18 Menschen getötet worden.

Die Massenproteste gegen die Militärjunta gehen trotz der massiven Polizeigewalt unvermindert weiter. Es war bereits der 30. Tag des Widerstands. Die Sicherheitskräfte setzten auch wieder Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse ein, wie das Portal Eleven Myanmar schrieb.

Angesichts der anhaltenden Gewalt soll der UN-Sicherheitsrat erneut über die Krise beraten. Wie mehrere Diplomaten übereinstimmend berichteten, beantragte Großbritannien für Freitag dazu eine Sitzung hinter verschlossenen Türen in New York. Auch am Mittwoch gab es in sozialen Netzwerken wieder Appelle an die Vereinten Nationen, dem Land zu helfen. Immer häufiger bezeichnen Augenzeugen das frühere Birma als „Kriegsgebiet“.

Das Militär hatte Anfang Februar gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November mit klarem Vorsprung gewonnen. Sie sitzt seither im Hausarrest und muss sich wegen verschiedener Vorwürfe vor Gericht verantworten. Die Demonstranten fordern die Wiedereinsetzung der früheren Freiheitsikone.
 

 

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