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Politik Ausland
12/05/2011

Libyen: Radioaktives Roh-Uran gefunden

Rebellen haben in einem Wüstenlager verdächtige Fässer gefunden, die "Gelbkuchen" enthalten. Libyens Regierungschef wurde in Tunesien verhaftet.

Tausende blaue Fässer, einige davon mit der Aufschrift "radioaktiv" versehen: Diesen Fund haben libysche Rebellen nahe der Wüstenstadt Sebha gemacht. Das berichtete der amerikanische Sender CNN. Demnach hätten die Rebellen eine Crew des TV-Senders am Donnerstag zu zwei großen Lagern in der Wüste, nahe der am Mittwoch eingenommenen Stadt, geführt. In einem der Gebäude seien die Fässer gestanden, in denen sich auch Plastiksäcke mit gelbem Pulver befunden hätten. Auch diese waren laut CNN mit Klebeband versehen, auf dem "Radioaktiv" stand.

Offenbar handelt es sich dabei um sogenannten "Gelbkuchen": Das Urankonzentrat ist der Ausgangsstoff für die Herstellung von Brennstäben und kann der weiteren Anreicherung von nuklearem Brennstoff dienen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) hat den Fund von Uran in Libyen bestätigt. "Wir können bestätigen, dass es an einem Standort nahe der zentrallybischen Stadt Sabha (Sebha) Fässer mit Yellow Cake ("Gelbkuchen"/Roh-Uran) gibt", sagte die IAEO-Sprecherin Gill Tudor am Freitag. Das unter der Regierung des untergetauchten Machthabers Muammar al-Gaddafi dort gelagerte Material sei der IAEO seinerzeit gemeldet worden und werde untersucht, sobald sich die Lage in Libyen stabilisiert habe.

Gaddafis Ministerpräsident in Tunesien in Haft

In Tunesien wurde indes der frühere libysche Ministerpräsident Al Baghdadi Al-Mahmoudi festgenommen. "Al-Mahmudi wurde gestern Abend festgesetzt", teilte ein Vertreter des tunesischen Innenministeriums am Donnerstag mit. Offiziell wurde Al-Mahmoudi wegen illegalen Grenzübertritts festgesetzt - und deshalb prompt zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Al-Mahmoudi war ein enger Vertrauter des gestürzten Machthabers Muammar Gaddafi und bis vor einem Monat Regierungschef in Libyen. Bereits Ende August war in Medienberichten seine Flucht nach Tunesien gemeldet worden. Der Aufenthaltsort Gaddafis ist seit Wochen unbekannt

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