Politik | Ausland
28.05.2017

Labour-Chef wird von May attackiert

Ungewöhnlich scharf greift die konservative britische Premierministerin Theresa May zwölf Tage vor der Parlamentswahl ihren Herausforderer Jeremy Corbyn an. Der Labour-Chef hat der britischen Außenpolitik eine Mitschuld an der Terrorgefahr in Großbritannien gegeben. "Ich arbeite mit den anderen Regierungschefs am Kampf gegen den Terror", sagte May am Rande des G7-Gipfels in Taormina. "Und Corbyn bemerkt zur gleichen Zeit, die Terroranschläge seien unsere eigene Schuld."

Der Labour-Politiker reagierte am Samstag prompt. Ein Sprecher von Corbyn warf May vor, die Unwahrheit zu sagen. Der Labour-Chef habe die Schuld der Islamisten nie relativieren wollen. Aber Experten und Geheimdienste hätten Verbindungen zwischen dem Terrorismus im Vereinigten Königreich und den Kriegen in Afghanistan und im Irak hergestellt. "Wir müssen mutig genug sein einzugestehen, dass der Krieg gegen den Terror nicht funktioniert", sagte Corbyn.

Seit dem Selbstmordanschlag in Manchester ist die innere Sicherheit zum großen Wahlkampfthema geworden. Labour punktet mit diesem Thema und holt rasant auf. Einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts YouGov zufolge sinkt die Zustimmung für die Tories auf 43 Prozent. Zugleich legt Labour auf 38 Prozent zu. Damit schmolz der Vorsprung der Konservativen von 18 Punkten vor zwei Wochen auf jetzt fünf Punkte.