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Politik Ausland
09/27/2021

La Palma: Vulkan könnte giftige Dämpfe auslösen

Seit mehr als einer Woche spuckt ein Vulkan auf La Palma Asche, Rauch, Gesteinsbrocken und Lava aus - die Schäden sind immens. Gelangt die Lava ins Meer, könnte es auf der Kanareninsel noch gefährlicher werden.

Von Sarah Emminger

Der Himmel über Todoque ist von Rauch bedeckt, als die Kirche des kanarischen Dorfes einstürzt. In nur wenigen Sekunden liegt das Ortswahrzeichen in Schutt und Asche. Seit die Westflanke der Vulkankette Cumbre Vieja am 19. September die erste Lava spuckte, gehen von der Touristeninsel La Palma Bilder der Zerstörung um die Welt.

Nun befürchtet man, dass die Lava zum Meer gelangt. Sie ist mittlerweile heißer und fließt  dadurch schneller als zu Beginn, da sie noch tiefer aus dem Vulkaninneren austritt. Kommt es zu einem Kontakt der 1.000 Grad heißen Lava mit dem salzigen Wasser, könnten sich  giftige Dämpfe bilden. Aus diesem Grund wurde  für mehrere Ortschaften auf der Insel eine Ausgangssperre verhängt. Die Bewohner der betroffenen Gebiete dürfen ihre Häuser nicht verlassen und sollen Türen und Fenster geschlossen halten. Weitere Evakuierungen sind derzeit nicht vorgesehen, da die Menschen aus der direkt von der Lava bedrohten Gegend bereits in Sicherheit gebracht wurden.

Folgen für die Wirtschaft

Wie lange der Vulkan noch spucken wird, können Vulkanologen derzeit nicht genau vorhersagen – einige Experten sprechen von einem bis drei Monaten. Klar ist jedoch, dass die Schäden des Ausbruchs schon jetzt immens sind und die Wirtschaft von La Palma stark unter den Folgen leiden wird. Laut Inselregierung läuft der Gesamtschaden auf 400 Millionen Euro hinaus.

Die Lava machte nicht nur Häuser dem Erdboden gleich, sondern zerstörte auch viele Bananenplantagen. Andere Plantagen hingegen wurden durch die Lava isoliert, sodass die Bauern nicht mehr oder nur sehr schwer hinkommen. Das ist für La Palma besonders schlimm, denn hier werden etwa  50 Prozent des Bruttoinlandproduktes durch Bananen erwirtschaftet. Auch der Großteil der  Tourismuseinnahmen wird für einige Zeit wegfallen. Die spanische Tourismusministerin sprach zwar davon, das „wunderbare Naturspektakel“ als Attraktion vermarkten zu wollen, erntete dafür aber viel Kritik. Auch der Flughafen der Kanareninsel musste  zeitweise aufgrund der vielen Asche gesperrt werden. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Aena wurde die Landebahn aber gesäubert und der Flughafen konnte wieder in Betrieb genommen werden.

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