US-Präsident John F. Kennedy und seine Frau Jackie Kennedy.

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SERIE TEIL 2
03/13/2017

Krankhaft sexsüchtig: John F. Kennedy und die Frauen

Callgirls, die er ins Weiße Haus kommen ließ, machten den US-Präsidenten erpressbar.

Die Wahrheit erfuhr man erst lange nach seinem Tod. Zu seiner Zeit konnten Politiker noch ein Doppelleben führen, wie es Paparazzi und Reporter heutiger Boulevardmedien nicht zuließen. Kennedy hatte ein Faible für schöne Frauen.

JFKs Playboy-Leben begann mit 18 Jahren, für ihn war es ganz normal, dass ihm keine Frau widerstand. Als junger Marineoffizier hatte er eine Beziehung mit der in Phoenix/Arizona lebenden Österreicherin Lisa Lanett, die ihm 1944 Sohn Tony schenkte. Er und Lisa Lanett erzählten dem KURIER ihre Story, die sich im neuen HISTORY Magazin findet.

Lebenswandel

Kennedys Heirat mit Jackie, 1953, änderte nichts daran, dass er seinen Lebenswandel fortsetzte. Es war keine "normale" sexuelle Lust, von der er befallen war, es war ein krankhafter Zustand, hervorgerufen durch gefährliche Wirkstoffe. Zu den Medikamenten, die er wegen seiner vielen Leiden einnahm, zählten Testosteron und Cortison, die zu einer immensen Steigerung des Sexualtriebs führten.

In Kennedy-Biografien ist auch die Zeit vor seiner Präsidentschaft dokumentiert, in der er Affären mit Audrey Hepburn, Sophia Loren, Zsa Zsa Gabor, Joan Crawford und Jayne Mansfield hatte. Als Präsident ließ er regelmäßig Prostituierte ins Weiße Haus kommen, wodurch seine Sexsucht auf die Politik Einfluss nahm. Wie die erst vor wenigen Jahren freigegebenen Dokumente des US-Geheimdienstes belegen, standen etliche seiner Geliebten unter der Kontrolle der Mafia, die den Präsidenten auf diese Weise erpressbar machten. Bekannt sind Kennedys Tête-à-têtes mit dem Callgirl Judith Campbell, das gleichzeitig mit den Gangstern Sam Giancana und John Roselli liiert war. Kennedy stellte somit eine Gefahr für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten dar. Nur eine Affäre drang zu Lebzeiten des Präsidenten an die Öffentlichkeit: Kurz vor seinem Tod, im Sommer 1963, erklärte das 21-jährige Callgirl Mariella Novotny, mit JFK intim gewesen zu sein. Da sie aus der Tschechoslowakei stammte, hatte man Angst, sie könnte eine kommunistische Agentin sein.

Eine Zeitung des Medientycoons William Randolph Hearst griff den Fall – äußerst diskret – auf: Geheimnisse der USA könnten nach außen dringen, "da eine Prostituierte Kontakte mit einer Persönlichkeit aus dem Weißen Haus" hätte. Die Andeutung genügte, dass Justizminister Robert Kennedy der Hearst-Presse mit Monopol-Untersuchungen drohte, worauf die Berichterstattung über den Fall eingestellt wurde.

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