Politik | Ausland
27.03.2018

Kosovo-Reisen serbischer Politiker: Neue Eskalation

Serbiens Kulturminister wurde an der Grenzübertretung gehindert, sein Präsident Vucic spricht von "brutaler Provokation".

Ein Einreiseverbot in den Kosovo, mit dem am Freitag Marko Djuric, Chef des Belgrader Regierungsbüros für den Kosovo, sowie Nikola Selakovic, ein Mitarbeiter von Präsident Aleksandar Vucic, belegt worden waren, sorgte am Montag für Spannungen im Nordkosovo. Djuric und Selakovic hatten bis zum frühen Montagnachmittag laut Medienberichten zwar noch nicht versucht, in den Kosovo legal einzureisen. Allerdings wurde am Grenzübergang Jarinje nördlich von Mitrovica Serbiens Kulturminister Vladan Vukosavljevic an der Einreise gehindert, auch wenn er zuvor eine offizielle Genehmigung der kosovarischen Regierung für seinen geplanten zweitägigen Besuch erhalten hatte. Es war vorgesehen gewesen, dass Vukosavljevic über einen anderen Grenzübergang in den Kosovo einreisen würde. Zumindest Djuric ist von den Behörden des Kosovos auch festgenommen worden.

Vucic kündigt Verfolgung durch Justiz an

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat am Montagabend scharf auf die Festnahme von Djuric reagiert. Es handle sich um eine "brutale Provokation", sagte Vucic in Belgrad. Alle, die daran beteiligt gewesen seien, würden von der serbischen Justiz verfolgt werden, sagte er.

Djuric habe die kosovarischen Behörden am Freitag entsprechend einer bilateralen Vereinbarung aus dem Jahr 2016 über den Besuch informiert. Laut Belgrad war die kosovarische Regierung nicht berechtigt, den Besuch zu untersagen. Laut dem Sprecher des kosovarischen Außenministers erfolgte das Einreiseverbot wegen Äußerungen der serbischen Funktionäre. Diese Aussagen hätten zu dieser "angespannten Situation" im von Serben bewohnten Norden des Kosovo gesorgt. Djuric und Selkaovic wollten im Kosovo an einem von Belgrad angestoßenen "innerserbischen Dialog" zum Kosovo teilnehmen.

Die kosovarische Polizei erhöhte am Montag ihre Präsenz im Norden des Kosovo durch den Einsatz einer Polizei-Interventionseinheit. Der kosovarische Außenminister Behgjet Pacolli kündigte unterdessen an, dass jeder Funktionär Serbiens, der ohne Genehmigung einreist, festgenommen wird.