Politik | Ausland
16.11.2018

Khashoggi: Weitere Tonaufnahme soll Saudi-Arabiens Darstellung widerlegen

Die Türkei habe weitere Beweise, die Riads Darstellung widersprechen, berichtet eine türkische Tageszeitung.

Die Türkei verfügt laut einem Pressebericht im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi über weitere Beweise, die die Darstellung Saudi-Arabiens widerlegen.

Der einflussreiche Kolumnist Abdulkadir Selvi schrieb am Freitag in der Zeitung "Hürriyet", eine Tonaufnahme der Tat im Istanbuler Konsulat Saudi-Arabiens zeige, dass es keinen Versuch zu Verhandlungen mit Khashoggi gegeben habe, sondern er umgehend nach Betreten des Konsulats am 2. Oktober erdrosselt oder erstickt worden sei.

Zudem verfügten die türkischen Ermittlungsbehörden über eine zweite 15-minütige Audioaufnahme, auf denen zu hören ist, wie die Mitglieder des saudi-arabischen Mordkommandos vor der Tat ihren "vorbereiteten Plan" durchgingen, um den " Washington Post"-Kolumnisten zu töten, schrieb Selvi. Auch gebe es Mitschnitte von Telefongesprächen, die Mitglieder des Mordkommandos nach der Tat mit Gesprächspartnern im Ausland geführt hätten.

Saudi-Arabien: Kommando hätte Khashoggi ins Land bringen sollen

Die Staatsanwaltschaft in Riad hatte am Donnerstag erklärt, dass der Vize-Geheimdienstchef Ahmed al-Asiri das Kommando eigentlich entsandt habe, um Khashoggi nach Saudi-Arabien zurückzubringen. Der Leiter des "Verhandlungsteams" habe aber vor Ort die Entscheidung getroffen, ihn zu töten. Der Regierungskritiker sei im Konsulat betäubt und zerteilt worden, und die Körperteile seien an einen Helfer außerhalb des Konsulats gegeben worden.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bezeichnete diese Erklärungen aber bereits am Donnerstag als "unzureichend" und beharrte auf dem vorsätzlichen Charakter der Tat. Die USA verhängten ihrerseits in dem Fall Sanktionen gegen 17 Verdächtige aus Saudi-Arabien, darunter der mutmaßliche Einsatzleiter Maher Abdulasis Mutreb, der Istanbuler Generalkonsul Mohammed al-Otaibi und der königliche Medienberater Saud al-Kahtani.