Kerry neuer US-Außenminister

Obama Cabinet
Foto: AP/J. Scott Applewhite Kerry ist ein Außenpolitik-Experte.

Der Außenpolitik-Experte folgt Hillary Clinton nach.

US-Senator John Kerry soll neuer Außenminister werden. Präsident Barack Obama nominierte den 69-Jährigen am Freitag als Nachfolger von Hillary Clinton. Es gilt als sicher, dass der Senat die Ernennung bestätigt. Ursprünglich galt die Spitzendiplomatin Susan Rice als erste Wahl für die Nachfolge Clintons. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nation verzichtete jedoch auf das Amt, weil sie wegen Äußerungen über den Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Benghazi (Bengasi) in die Kritik der Republikaner geraten war.

"Er hat seit 30 Jahren bei allen wichtigen außenpolitischen Entscheidungen eine größere Rolle gespielt", so Obama am Freitag. Führende Politiker in aller Welt respektierten Kerry. "Ich weiß, dass Sie ein hervorragender Außenminister sein werden", sagte Obama an der Seite Kerrys bei der offiziellen Ankündigung der Personalie in Washington.

Kerry ist ein Außenpolitik-Experte. Der einflussreiche Senator aus Massachusetts reiste für Obama mehrfach als Krisendiplomat zum schwierigen Verbündeten Pakistan. Im Wahlkampf half er dem Präsidenten bei der Vorbereitung auf die TV-Debatten mit Herausforderer Mitt Romney. Bei der Präsidentschaftswahl 2004 kandidierte Kerry für die Demokraten, unterlag damals aber George W. Bush.

Clinton ist nicht die einzige, die in der neuen Amtsperiode Obamas nicht mehr dem Kabinett angehören möchte. Auch Finanzminister Timothy Geithner und Pentagonchef Leon Panetta scheiden voraussichtlich aus.

Mit den Initialen JFK schien für John Kerry (69) die Politik-Karriere vorbestimmt zu sein: Wie sein Vorbild John F. Kennedy wollte der drahtige Ostküsten-Katholik John Forbes Kerry US-Präsident werden. Dass es 2004 gegen George W. Bush nicht reichte, lag auch am elitären und mitunter steifen Auftreten des 1,93 Meter großen Diplomatensohns mit dem markanten Kinn. In der zweiten Reihe der US-Politik zählt der demokratische Senator aus Massachusetts seit Jahrzehnten zu den profilierten Außenpolitikern. Kerry hat nicht zuletzt mit schwierigen Missionen in Afghanistan und Pakistan viel Vertrauen gewonnen. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses war der erste US-Politiker, der Ägyptens neu gewählten Präsidenten Mohammed Mursi traf. Der erklärte Israel-Freund galt dennoch nicht als erste Wahl für das Amt des Außenministers. Ein volksnaher Politiker ist Kerry bis heute nicht. Dass er etwa im Wahlkampf 2004 bekannte, mit seiner zweiten Frau, der Millionärin und Ketchup-Erbin Teresa Heinz, auch mal auf Französisch zu parlieren, war vielen US-Patrioten nicht geheuer. Republikaner hatten den Kriegs-Veteranen beschuldigt, sich hohe Orden in Vietnam erschlichen zu haben. Kerry, der später als Kriegsgegner in die Politik einstieg, ließ die Vorwürfe aber durch Kameraden widerlegen.

Zweite Chance

Mit den Initialen JFK schien für John Kerry (69) die Politikkarriere vorbestimmt zu sein. Wie sein Vorbild John F. Kennedy wollte der drahtige Ostküsten-Katholik John Forbes Kerry US-Präsident werden. Dass es im Wahlkampf 2004 gegen George W. Bush nicht reichte, lag auch am elitären und mitunter steifen Auftreten des 1,93 Meter großen Diplomatensohns mit dem markanten Kinn. Nun wurde er von US-Präsident Barack Obama als Nachfolger von Außenministerin Hillary Clinton nominiert.

In der zweiten Reihe der US-Politik zählt der demokratische Senator aus Massachusetts seit Jahrzehnten zu den profilierten Außenpolitikern. Kerry hat nicht zuletzt mit schwierigen Missionen in Afghanistan und Pakistan Vertrauen gewonnen. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses war der erste US-Politiker, der Ägyptens neu gewählten Präsidenten Mohammed Mursi traf.

Präsident Barack Obama hatte Kerry im vergangenen Wahlkampf als Trainingspartner für die TV-Rededuelle gegen den republikanischen Herausforderer Mitt Romney ausgewählt. Als Clinton ihren Rückzug von der Politik ankündigte, musste es sich Kerry dennoch gefallen lassen, nicht die erste Wahl für die Nachfolge zu sein.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich Kerry im Senat nicht nur Freunde gemacht. Die Unterstützung der Opposition für den erklärten Israelfreund dürfte nach Einschätzung von Experten aber sicher sein.

Hobbypilot und Gitarrenspieler
 

Die Eloquenz des Diplomatensohns, der seinen Schliff auf einer Privatschule in der Schweiz und an der Elite-Uni Yale bekam, ist legendär. Ein volksnaher Politiker ist Kerry aber bis heute nicht. Dass der Freund edler Rotweine im Wahlkampf 2004 bekannte, mit seiner zweiten Frau, der Millionärin und Ketchup-Erbin Teresa Heinz, auch mal auf Französisch zu parlieren, war vielen US-Patrioten nicht geheuer.

Empfindlich reagierte der Hobbypilot und Gitarrenspieler auf Behauptungen im Wahlkampf 2004, er habe sich als US-Soldat in Vietnam hohe Kriegsorden erschlichen. Kerry, der später als Kriegsgegner in die Politik einstieg, ließ die Vorwürfe durch Kameraden von einst widerlegen.

Im Gegensatz zu Obama lassen sich in Kerrys Biografie viele Anknüpfungspunkte mit Europa finden. Sein Vater war als US-Diplomat auch in Berlin tätig, das der 1943 geborene Kerry in der Nachkriegszeit mit dem Fahrrad erkundete. Als der neugierige Junior in den sowjetischen Sektor radelte, habe es daheim Hausarrest gegeben, erzählte Kerry Jahrzehnte später.

(APA/Reuters/dpa / tan) Erstellt am
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