Alkoholexzesse und Paranoia? Schwere Vorwürfe gegen Trumps FBI-Chef

Der FBI-Direktor soll wiederholt betrunken zur Arbeit erschienen sein, wichtige Termine unbegründet versäumt haben. Er selbst zeigt sich von entsprechenden Medienberichten unbeeindruckt.
FILE PHOTO: Kash Patel is sworn in as FBI director, in Washington

Zusammenfassung

  • Kash Patel, Trumps loyaler FBI-Direktor, steht wegen Berichten über Alkoholexzesse und paranoides Verhalten massiv unter Druck.
  • Interne Probleme, wie emotionale Ausbrüche und unerklärtes Fernbleiben, sorgen für Frustration und Verzögerungen im FBI.
  • Trotz Rückhalt aus dem Weißen Haus wächst die Kritik an Patel, dessen Verhalten und Entscheidungen zunehmend als instabil gelten.

Bereits während der ersten Amtszeit von Donald Trump war Kash Patel eine einflussreiche Figur. Patels Lebenslauf ist bemerkenswert: Der ultrarechte Hardliner war unter anderem Pflichtverteidiger, Bundesanwalt und Stabschef von Christopher Miller, der während Trumps erster Amtszeit als Verteidigungsminister fungierte. Seine Loyalität zu Trump stellte Patel im Zuge der Ermittlungen eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Sturm auf das US-Kapitol im Jänner 2021 unter Beweis. 

Die Angreifer verteidigte er wiederholt öffentlich. Zudem kritisierte er damals das Federal Bureau of Investigation scharf und erklärte, die Befugnisse der Bundespolizei müssten eingeschränkt und die Mitarbeiter auf Trump-Linie gebracht werden. Wer sich weigere, müsse entlassen werden – eine Loyalität, die im Zuge der zweiten Amtszeit von Donald Trump reichlich belohnt wurde: Patel wurde 2025 zum Direktor des FBI ernannt.

Fassade des Saubermanns bröckelt

Ausgerechnet in diesem Posten beginnt die Fassade nun zu bröckeln. In einem ausführlichen Bericht des Magazins The Atlantic, der sich auf mehr als zwei Dutzend aktuelle und ehemalige Beamte beruft, wird ein Bild eines angeblich alkoholisierten und paranoiden Kash Patel gezeichnet. Demnach soll der FBI-Direktor wiederholt betrunken zur Arbeit erschienen sein, wichtige Termine unbegründet versäumt haben und von paranoider Angst vor einer Entlassung geprägt sein. Das FBI ist die zentrale Sicherheitsbehörde und der Inlandsgeheimdienst der USA. Patel leitet in seiner Position rund 38.000 Mitarbeiter – ein Amt, in dem derartiges Verhalten kaum tolerierbar ist.

Bei einem Vorfall am Freitag der vergangenen Woche soll es seitens Patel zu einem emotionalen Ausbruch gekommen sein: Er konnte sich nicht in ein internes Computersystem des FBI einloggen. Anstatt den technischen Fehler abklären zu lassen, habe er hysterisch reagiert, in dem Irrglauben, entlassen worden zu sein. In weiterer Folge soll er panisch Mitarbeiter und Verbündete kontaktiert haben, um ihnen mitzuteilen, das Weiße Haus habe ihn gefeuert. Die Nachricht verbreitete sich rasch, sodass FBI-Mitarbeiter und Kongressmitglieder im Weißen Haus nachfragten, wer nun das FBI leite. Die Antwort lautete weiterhin: Kash Patel. Tatsächlich scheiterte der Login an einem banalen technischen Problem.

"Druckt es – alles falsch"

Das Weiße Haus stärkt dem loyalen Patel jedoch weiterhin den Rücken. So erklärte Sprecherin Karoline Leavitt, mit dem FBI-Direktor und Trump sei "die Kriminalität im ganzen Land auf den niedrigsten Stand seit mehr als 100 Jahren gesunken". 

Patels Ängste kommen jedoch nicht von ungefähr: Mit dem Abgang von Justizministerin Pam Bondi hat er eine wichtige Verbündete verloren, die ihn politisch gestützt hatte. "Wir warten alle nur auf die Nachricht, dass Patel offiziell weg ist", wird ein FBI-Beamter von The Atlantic zitiert. Alles in allem macht Patel keinen stabilen Eindruck. So wurde er etwa bei einer Dienstreise nach Italien im Februar gefilmt, als er gemeinsam mit dem US-Olympia-Eishockeyteam exzessiv Bier konsumierte.

An Patel selbst prallt sämtliche Kritik offenbar ab: Über das FBI ließ er ausrichten: "Druckt es – alles falsch. Wir sehen uns vor Gericht."

Der Druck auf Kash Patel wächst

Laut The Atlantic soll zudem 2025 Spezialausrüstung angefordert worden sein, um verschlossene Räume aufzubrechen. Der Hintergrund: Patel soll wiederholt stundenlang ohne Lebenszeichen in seinem Büro eingeschlossen gewesen sein. Innerhalb des FBI ist die Frustration offenbar groß: Wichtige Entscheidungen verzögern sich, da Patel häufig nicht erreichbar sei, berichtet das Magazin. Zudem kündigte er eine Spionageabwehreinheit, die sich teilweise mit dem Iran befasst und das kurz vor einem militärischen Einsatz der USA gegen den Iran.

Alkoholprobleme, strategische Fehleinschätzungen und möglicherweise mangelnde Erfahrung könnten Kash Patel letztlich seinen Spitzenposten kosten. Wie lange Donald Trump angesichts der Vorwürfe noch an seinem Vertrauten in den FBI-Chef festhält, bleibt abzuwarten. Nach dem Bericht von The Atlantic dürfte der Druck auf Patel jedenfalls deutlich zugenommen haben.

Kommentare