Nach Epstein-Skandal: Trump feuert Justizministerin Pam Bondi
US-Präsident Donald Trump hat Medienberichten zufolge Justizministerin Pam Bondi entlassen. Der Sender CNN berichtete am Donnerstag, die 60-Jährige werde vorerst einmal durch ihren Stellvertreter Todd Blanche ersetzt. CNN, die New York Times und andere Medien hatten gemeldet, Bondi sei bei Trump unter anderem wegen ihres Umgangs mit den Epstein-Akten in Ungnade gefallen. Als möglicher Nachfolger sei der Chef der Umweltschutzbehörde EPA, Lee Zeldin, im Gespräch, hieß es.
Trump sei zunehmend unzufrieden mit ihrer Amtsführung, berichtete am Donnerstag die New York Times. Der Präsident bemängele ein aus seiner Sicht fehlendes hartes Vorgehen gegen seine politischen Gegner sowie Bondis Umgang mit den Akten des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, hieß es. Die New York Times berief sich auf vier Insider.
Trump selbst hatte gegenüber der New York Times jüngst noch erklärt: "Justizministerin Pam Bondi ist eine wunderbare Person und sie leistet gute Arbeit." In einem Social-Media-Beitrag lobte Trump Bondi als "große amerikanische Patriotin und treue Freundin" und erklärte, sie werde eine Stelle in der Privatwirtschaft antreten.
Während ihrer Amtszeit als oberste US-Strafverfolgungsbeamtin war Bondi eine kämpferische Verfechterin von Trumps Agenda und brach mit der langjährigen Tradition des Justizministeriums, bei seinen Ermittlungen unabhängig vom Weißen Haus zu sein. Doch es waren wiederholte Kritikpunkte bezüglich der Epstein-Akten, unter anderem von Trumps Verbündeten und einigen republikanischen Abgeordneten, die ihre Amtszeit prägten.
Bondi wurde vorgeworfen, die Veröffentlichung von Unterlagen zu den Ermittlungen des Justizministeriums wegen Sexhandels gegen Epstein vertuscht oder unsachgemäß gehandhabt zu haben. Epstein war ein Finanzier, der Verbindungen zu einer Reihe wohlhabender und mächtiger Persönlichkeiten pflegte. Die Angelegenheit bereitete Trump politische Kopfschmerzen und führte zu einer erneuten Überprüfung seiner früheren Freundschaft mit Epstein, die seiner Aussage nach vor Jahrzehnten endete.
Kommentare