Kremlkritiker Alexej Nawalny wird der Prozess gemacht

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Ausland
04/17/2021

J. K. Rowling & Co. schreiben Brief für Nawalny

Prominente wenden sich mit offenem Brief an Russlands Präsidenten und fordern ärztliche Betreuung Nawalnys.

Nach der Verurteilung zu einer mehrjährigen Haft im Jänner befindet sich Kremlkritiker Alexej Nawalny seit zwei Wochen im Hungerstreik, um gegen die Haftbedingungen im Straflager zu protestieren. Nun wenden sich mehr als 70 Prominente - unter ihnen die Harry Potter-Autorin J. K. Rowling - an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, wie der Spiegel berichtet. Sie fordern medizinische Behandlung für Nawalny.

Wegen des Hungerstreiks droht Nawalny nun eine Zwangsernährung. Der 44-Jährige klagte zuletzt über Rückenleiden, Lähmungserscheinungen in den Gliedmaßen, Fieber und Husten. Seine Familie, Anwälte und Unterstützer zeigten sich besorgt.

Mordanschlag überlebt

Nawalny hatte im August einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt und war in Deutschland behandelt worden. Er beklagt, dass der Einsatz des verbotenen chemischen Kampfstoffs gegen einen russischen Bürger in seiner Heimat nicht untersucht werde. Mehrere Labore in der EU hatten das Gift nachgewiesen.

Unter den Prominenten sind neben J. K. Rowling auch die Autoren J. M. Coetzee, Patrick Süskind, Daniel Kehlmann sowie etwa ABBA-Größe Björn Ulvaeus, Schauspieler Ralph Fiennes

Der Text des offenen Briefs laut Spiegel:

An Präsident Putin:

Während wir schreiben, wird Alexej Nawalny in einer Strafkolonie festgehalten, die viele Anwälte und Menschenrechtsaktivisten als eine der härtesten in Russland betrachten. Wie weltweit berichtet wurde, verschlechtert sich sein Gesundheitszustand, er befindet sich in einem kritischen Zustand und benötigt dringend medizinische Hilfe.

Alexej Nawalny zeigt Symptome einer schweren neurologischen Störung – ständige Rückenschmerzen und Gefühlsverlust in Beinen und Händen. Außerdem leidet er an schwerem Husten und Fieber. Als russischer Staatsbürger hat er das Recht, von einem Arzt seiner Wahl untersucht und behandelt zu werden. Nachdem ihm dieses Recht verweigert worden war, trat er am 30. März aus Protest in einen Hungerstreik.

Herr Präsident, wir fordern Sie auf, dafür zu sorgen, dass Alexej Nawalny unverzüglich die medizinische Behandlung und Pflege erhält, die er dringend benötigt – und ihm nach russischem Recht zusteht. Als jemand, der geschworen hat, das Gesetz einzuhalten, müssen Sie dies auch tun.

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