Golanhöhen

© APA/EPA/ATEF SAFADI

Syrien/Israel
08/27/2014

Israelische Armee greift syrische Militärposten an

Ein israelischer Soldat wurde zuvor durch einen Schuss aus Syrien verletzt.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben zwei syrische Militärposten angegriffen. Auf Twitter meldete die IDF (Israel Defense Forces), dass der Angriff eine Antwort auf "fehlgeleitetes Feuer aus dem innersyrischen Konflikt" sei. Zuvor war ein israelischer Soldat durch einen Schuss verletzt worden. Auch mehrere Granaten seien in dem von Israel besetzten Teil der Golanhöhen explodiert

Übergang erobert

Rebellen haben nach Angaben von Aktivisten den Übergang Quneitra zu den Golanhöhen eingenommen. Die Al-Nusra-Front und andere Rebellengruppen hätten bei Gefechten mit syrischen Truppen den Übergang erobert, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Bei den Kämpfen seien zahlreiche Soldaten und Rebellen getötet worden.

Zuvor waren bereits mehrere Granaten aus Syrien auf dem Golan eingeschlagen und ein israelischer Soldat durch "fehlgeleitetes Feuer aus den innersyrischen Kämpfen" verletzt worden, wie ein israelischer Militärsprecher erklärte. Israel habe daraufhin das Feuer auf zwei Stützpunkte der syrischen Armee eröffnet.

Giftgaseinsatz vermutet

Eine UN-Untersuchungskommission zu Syrien hat das Regime von Präsident Bashar al-Assad in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht beschuldigt, erneut Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Dies soll im Laufe des Aprils insgesamt acht Mal im Osten des Landes geschehen sein, bei dem eingesetzten Kampfstoff handle es sich "wahrscheinlich um Chlor".

"Es gibt berechtigte Vermutungen anzunehmen, dass chemische Waffen - wahrscheinlich Chlor - eingesetzt wurden", hieß es in dem Bericht. Das Kampfgas soll mittels Fassbomben abgeworfen worden sein.

1429 Tote: Verheerender Angriff vor einem Jahr

Erst kürzlich hat sich der verheerende Giftgasangriff nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus gejährt - angesichts dessen hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Gerechtigkeit für die Opfer gefordert. Die Verantwortlichen müssten "verfolgt und hinter Gitter gebracht werden", erklärte HRW vergangene Woche. Die vorliegenden Beweise deuteten darauf hin, dass die syrische Armee die Attacke verübt habe.

Bei dem Angriff mit dem Nervengas Sarin waren am 21. August 2013 nach Angaben der US-Regierung mindestens 1429 Menschen getötet worden, unter ihnen 426 Kinder. Der Westen machte Syriens Präsident Bashar al-Assad dafür verantwortlich, Damaskus gab den Rebellen die Schuld. Nachdem die USA mit einem Militäreinsatz gedroht hatten, stimmte Assad im Oktober 2013 der Vernichtung des syrischen Chemiewaffenarsenals zu. Inzwischen wurden alle von Syrien deklarierten Bestände zur Produktion von Chemiewaffen außer Landes gebracht und zerstört.

Keine Gerechtigkeit

Der internationalen Gemeinschaft sei es noch nicht gelungen, die Verantwortlichen für Verbrechen im syrischen Bürgerkrieg zur Rechenschaft zu ziehen, beklagte Human Rights Watch. Auch der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) übte scharfe Kritik. Ein Jahr nach dem "Massaker" mit mehr als 1400 Toten sei den Opfern keine Gerechtigkeit widerfahren. Die internationale Gemeinschaft habe akzeptiert, dass die Tat ungestraft bleibe, erklärte der SNC.

Die syrische Regierung begehe weiterhin "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", indem sie Häuser und Marktplätze mit Raketen und Fassbomben angreife, erklärte der SNC. Die Fassbomben werden vor allem über den von Rebellen kontrollierten Vierteln der Stadt Aleppo aus Hubschraubern abgeworfenen. Mehrere hundert Menschen kamen bei solchen Luftangriffen seit Ende 2013 ums Leben.

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