Berichterstattung überKenji Goto in Tokio

© APA/EPA/KIMIMASA MAYAMA

IS-Terror
02/02/2015

UN-Sicherheitsrat verurteilt Hinrichtung von Kenji Goto

Die Regierung in Tokio hat indes eine Debatte über Rettungseinsätze durch das eigene Militär gestartet.

Der Mord an Kenji Goto sei "abscheulich und feige", heißt es in einer Erklärung des UNO-Sicherheitsrats. Die 15 Mitglieder des Gremiums haben die Enthauptung der zweiten japanischen Geisel durch die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) scharf verurteilt. Das Verbrechen sei eine weitere "tragische Erinnerung an die wachsenden Gefahren, denen Journalisten und alle Anderen jeden Tag in Syrien ausgesetzt sind", hieß es in der Erklärung. Die Verantwortlichen müssten für ihre Tat zur Rechenschaft gezogen werden.

Der IS hatte am Wochenende ein Video von der Ermordung des Journalisten Goto veröffentlicht. Japans Regierung stufte die Aufnahmen als authentisch ein. Goto war im Oktober in Syrien verschleppt worden, wo er nach seinem entführten Freund Haruna Yukawa suchen wollte. Yukawa wurde vor wenigen Tagen vom IS ermordet. Der Fall der Japaner ist mit dem eines entführten jordanischen Kampfpiloten verknüpft. Der IS fordert von Amman die Freilassung einer inhaftierten Dschihadistin und droht andernfalls mit der Tötung des Jordaniers.

Der Sicherheitsrat forderte in seiner Erklärung die umgehende und "bedingungslose" Freilassung aller Geiseln, die vom IS und anderen Extremistenorganisationen gefangen gehalten werden. Den Angehörigen der Opfer drückte der Rat sein Mitgefühl aus.

Japan will mehr Einsatzmöglichkeiten für Militär

Die Regierung in Tokio hat nun eine Debatte über Rettungseinsätze durch das eigene Militär gestartet. Nach gegenwärtiger Rechtslage sei es Japans Selbstverteidigungsstreitkräften nicht möglich, in Gefahr geratene Japaner im Ausland zu retten, sagte Premier Shinzo Abe am Montag vor einem Parlamentsausschuss. Er wolle daher über ein Rahmenwerk beraten, solche Einsätze dem Militär zu ermöglichen. Abe strebt seit längerem eine größere Rolle des eigenen Militärs an. Kritiker werfen ihm vor, das Geiseldrama für seine Agenda zu nutzen.

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