Der irische Premier Enda Kenny möchte dennoch Regierungschef bleiben.

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Wahlen
02/27/2016

Irische Mitte-Links-Koalition abgewählt

Die Bildung einer neuen Regierung dürfte schwierig werden. Endergebnis am Sonntag.

Der irische Ministerpräsident Enda Kenny hat die Abwahl seiner Mitte-Links-Koalitionbei der Parlamentswahl eingestanden. „Die Koalition aus Fine Gael und Labour ist nicht wiedergewählt worden“, sagte Kenny am Samstagabend nach Angaben der Onlineausgabe der Irish Times. Er wolle aber Regierungschef bleiben, fügte der rechtsgerichtete Politiker bei der Auszählung in seinem Wahlkreis Mayo hinzu.

Stimmenverluste

Teilergebnissen zufolge verlor Kennys FG rund ein Drittel ihrer Stimmen und konnte sich nur noch knapp vor der oppositionellen FF halten. Noch schlimmer erwischte es die mitregierende Labour Party, die zwei Drittel ihrer Stimmen verlor. Kenny wies auf den Ausnahmecharakter der Parlamentswahl vor fünf Jahren hin, als die langjährige Regierungspartei FF vernichtend geschlagen wurde. Wegen zahlreicher Korruptionsskandale und der Bankenkrise, die Irland an den Rand des Staatsbankrotts geführt hatte, hätten sich damals nämlich viele FF-Sympathisanten schlicht und einfach „geschämt“, für die Partei zu stimmen. Heuer sei das nicht mehr so gewesen.

Die Auszählung der Stimmen sollte erst am Samstag gegen 10.00 Uhr MEZ beginnen, um sicherzustellen, dass auch die Stimmzettel von entlegenen Atlantik-Inseln mit ausgezählt werden können. Das Endergebnis der Parlamentswahl soll erst am Sonntag vorliegen.

Drei Szenarien möglich

Sollten sich die Prognosen bestätigen, wären drei Szenarien möglich: Die bisherige Koalition könnte mit der Unterstützung unabhängiger Kandidaten oder kleinerer Parteien weiterregieren, es muss neu gewählt werden, oder die historischen Rivalen Fine Gael und Fianna Fail schließen sich zu einem Bündnis zusammen, was Kenny laut Medienberichten nicht explizit ausschließe. Er habe „die Pflicht und Verantwortung als Regierungschef, alles zu tun, dass unser Land eine stabile Regierung bekommt“, betonte der Premier. Vor dem Vorliegen des Endergebnisses wolle er sich nicht zu möglichen Koalitionen äußern.

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