Abgestürzter US-Pilot gerettet: Propaganda-Schlacht um Spezialoperation
Die iranischen Revolutionsgarden veröffentlichten am Sonntag Bilder von der Absturzstelle der F-15
"Wir haben ihn", schrieb US-Präsident Donald Trump in der Nacht zum Ostersonntag kurz nach Mitternacht auf seinem Social Media Dienst. Was sich in den 24 Stunden davor abgespielt hat, darüber gibt es verschiedene Deutungen.
Am Freitag hatte der Iran ein Kampfflugzeug des Typs F-15E Strike Eagle abgeschossen. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Der Pilot konnte von US-Spezialeinsatzkräften rasch geborgen werden, sein Co-Pilot aber, der Waffenoffizier, der in der F-15 für Kommunikation und Zielerfassung zuständig ist, war verschollen. Hinter feindlichen Linien, mitten im Iran, wohl in der Provinz Kohjilujeh.
Für die US-Streitkräfte begann ein Wettlauf gegen die Zeit. Wie die New York Times berichtet, soll der Iran massive Truppenverbände zusammengezogen haben, um den Waffenoffizier zu fassen zu bekommen.
Das war, so formulierte es Donald Trump später, der Startschuss für eine “der gewagtesten Such- und Rettungs-Missionen in der Geschichte der Vereinigten Staaten”.
Heldenhafte Fluchtgeschichte
Der Waffenoffizier, laut Trump ein Luftwaffensoldat mit "langjähriger Erfahrung", soll auf seiner Flucht vor iranischen Truppen einen 2.300 Meter hohen Berg bestiegen haben, um von dort ein Ortungssignal zu senden.
Er sei schwer verletzt und befinde sich aktuell in medizinischer Behandlung in Kuwait. Welche Verletzungen der Soldat erlitten haben soll, ist ebenso wie der Name und die Einheit des Waffenoffiziers bis dato nicht bekannt. Trump äußerte sich am Sonntag jedoch optimistisch, dass er wieder vollständig genesen werde. Weitere Details will er in einer Pressekonferenz am Montag (2 Uhr mitteleuropäische Zeit) im Weißen Haus mit Vertretern des Militärs bekannt geben.
Wie wichtig der USA die Rettung des Piloten war, zeigt auch der Aufwand, der betrieben wurde, um diesen aus der Gefahrensituation zu holen. Wie mehrere US-Medien auf Berufung auf Quellen im Militär einstimmig berichten, waren mehr als ein Dutzend Flugzeuge im Einsatz, dazu Hunderte Soldaten von Spezialeinheiten. Laut Al Jazeera soll es dabei auch zu einem "heftigen Feuergefecht" gekommen sein.
Um den Mann zu retten, sei zudem eine provisorische Landebahn errichtet worden. Offenbar landeten dort auch zwei Transportmaschinen, die den Mann ausfliegen sollten. Aufgrund der schlechten Pistenverhältnisse konnten sie aber nicht wieder abheben. Das gelang dann erst einer dritten Transportmaschine. Die beiden zurückgelassenen wurden von den US-Spezialeinheiten gesprengt, um sie nicht in die Hände iranischen Einheiten fallen zu lassen.
So spektakulär die Rettungsaktion auch gewesen sein mag, kann sie auch in den USA nicht von dem Fakt ablenken, dass Trump Irans Luftabwehr eigentlich längst als besiegt vermeldet hatte.
Die F-15 ist auch nicht das erste Flugzeug, das die USA bis dato verloren:
- Als der Kampfjet am Freitag abgeschossen wurde, geriet auch ein zweites Kampfflugzeug, eine A-10 Warthog, unter Beschuss. Dem Piloten gelang es, das Flugzeug in den kuwaitischen Luftraum zu bringen, bevor er sich mit dem Schleudersitz rettete.
- Bereits am 2. März hatte die kuwaitische Lufwabwehr irrtümlich drei F-15 abgeschossen.
- Am 12. März wurde ein KC-135 Tankflugzeug bei einem Manöver über dem Irak beschädigt.
- Im März wurde zudem ein E-3 Sentry-Überwachungsflugzeug bei einem Raketenangriff zerstört, während es in einer Air Base in Saudi Arabien gewartet wurde. Zehn US-Soldaten sollen dabei verletzt worden sein.
- Und am 19. März musste eine hochmoderne F-35 Lightning II der US-Air Force notlanden, nachden sie bei einem Kampfeinsatz über dem Iran getroffen worden war, höchstwahrscheinlich von einer iranischen Luftabwehrrakete.
Die Befreiung des Waffenoffiziers soll letztlich Soldaten vom Navy Seal Team 6 gelungen sein, sein genauer Aufenthaltsort soll anfangs auch in den USA nicht bekannt gewesen sein. Den entscheidenden Hinweis soll schließlich die CIA geliefert haben, die - so berichtet es die New York Times - auch Kontakt mit der Bevölkerung vor Ort aufgenommen haben dürfte. Das Glück für den Waffenoffizier: Er dürfte in einer Region niedergegangen sein, in der viele Oppositionelle wohnen.
Iran triumphiert ebenso
Neben dem Abschuss der F-15 selbst, lässt dieser enorme Mitteleinsatz auch den Iran triumphieren. "Nachdem sie den Iran 37 Mal besiegt haben, ist dieser brillante strategielose Krieg, den sie begonnen haben, heruntergestuft worden von 'Regimewechsel‘ zu 'Hey! Kann jemand unsere Piloten finden? Bitte?‘ Wow. Was für ein unglaublicher Fortschritt. Absolute Genies", schrieb Mohammad Bagher Ghalibaf, der Sprecher des iranischen Parlaments auf der Plattform X.
Gleichzeitig wirft Teheran Washington vor, die Militäraktion möglicherweise als Vorwand genutzt zu haben, um Uran aus dem Iran "zu stehlen". Die iranische Armee spricht von einer "Täuschungs- und Fluchtmission", die "vollständig vereitelt" worden sei." Die Möglichkeit, dass es sich um einen Täuschungseinsatz handelte, um angereichertes Uran zu stehlen, sollte keineswegs außer Acht gelassen werden", erklärte Außenamtssprecher Esmail Bakaei am Montag.
Zur Begründung des Vorwurfs nannte Bakaei vermeintliche Unstimmigkeiten in Ortsangaben: "Das Gebiet in den Provinzen Kohgilujeh und Bojer-Ahmad, in dem sich der US-Pilot angeblich befand, ist weit entfernt von dem Gebiet, in dem sie (die US-Rettungskräfte) zu landen versuchten."
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