Iran: Frau geht in Unterwäsche spazieren und wird verhaftet
Der Iran gehört zu den Ländern mit den strengsten Bekleidungsvorschriften für Frauen.
Zusammenfassung
- Eine Frau wurde in der iranischen Stadt Jasd nach einem Spaziergang in Unterwäsche wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen gesellschaftliche Normen kurzzeitig festgenommen.
- Laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna ist die Frau wieder bei ihrer Familie, die Hintergründe sind unklar, und auch weitere Personen wurden im Zusammenhang mit Videoaufnahmen festgenommen.
- Der Fall erinnert an einen ähnlichen Vorfall in Teheran und steht im Kontext der strengen Kleidungsvorschriften im Iran, gegen die sich seit 2022 viele Frauen widersetzen.
Eine Frau ist im Iran in Unterwäsche spazieren gegangen und daraufhin kurzzeitig festgenommen worden. Die Justiz wirft ihr einen „Verstoß gegen gesellschaftliche Normen“ vor, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Der Vorfall ereignete sich demnach vor wenigen Tagen in einem Park in der konservativen Wüstenmetropole Jasd.
Die Frau ist nach Irna-Angaben inzwischen wieder bei ihrer Familie. In dem Bericht war die Rede von einer „schweren psychischen Erkrankung“. Der Fall werde von der Staatsanwaltschaft mit hoher Priorität behandelt, hieß es.
Die genauen Hintergründe waren unklar. In den sozialen Medien kursierte ein Video, das die mit purpurfarbener Unterwäsche bekleidete Frau zeigen soll. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Gesicht und Körperkonturen wurden zum Schutz der Frau unkenntlich gemacht. Auch mehrere weitere Personen sollen festgenommen worden sein, unter anderem Menschen, die Aufnahmen anfertigten.
Ähnlicher Fall in Teheran
Bereits in der Vergangenheit war es in der Hauptstadt Teheran zu einem ähnlichen Fall einer Studentin gekommen. Damals hieß es, sie habe sich aus Protest gegen die strengen islamischen Kleidungsregeln ausgezogen.
In der Islamischen Republik Iran gelten strenge Kleidungsvorschriften. Ihre Einhaltung wird von sogenannten Sittenwächtern überprüft. Seit den landesweiten Protesten im Herbst 2022 widersetzen sich viele Frauen in den Metropolen etwa der Kopftuchpflicht.
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