US-Truppenabzug aus Europa: Trump prüft laut Berichten Optionen

Keine Entscheidung gefallen. Laut Wall Street Journal erwäge Trump, Gruppen aus jenen Staaten abzuziehen, die sich kritisch zum Iran-Krieg geäußert haben.
FILE PHOTO: U.S. President Trump holds a press conference in the briefing room at the White House

US-Präsident Donald Trump hat mit Beratern über einen möglichen Abzug von US-Truppen aus Europa gesprochen. Auslöser seien sein Ärger über die mangelnde Unterstützung der NATO-Verbündeten bei der Sicherung der Straße von Hormus sowie der Widerstand gegen die Übernahme Grönlands, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei jedoch noch keine Entscheidung gefallen.

Das Verteidigungsministerium sei nicht angewiesen worden, konkrete Pläne für eine Truppenreduzierung auszuarbeiten. Der Insider betonte, Trump erörtere, Soldaten in die USA zurückzuholen. Die Zeitung Wall Street Journal hatte am Mittwoch berichtet, die Regierung erwäge, Truppen aus Staaten abzuziehen, die sich kritisch über den US-israelischen Krieg im Iran geäußert hätten, und sie in unterstützende europäische Länder zu verlegen.

Die USA haben mehr als 80.000 Soldaten in Europa stationiert, davon mehr als 30.000 in Deutschland. Weitere größere Kontingente befinden sich in Italien, Großbritannien und Spanien. Die Überlegungen belegen, wie sehr sich die Beziehungen zwischen Washington und den europäischen NATO-Verbündeten verschlechtert haben. Ein Besuch von NATO-Generalsekretär Mark Rutte im Weißen Haus am Mittwoch brachte offenbar keine wesentliche Entspannung. Die NATO reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Trump wirft den europäischen Hauptstädten seit Jahren vor, zu wenig für Verteidigung auszugeben. Zuletzt spitzte sich die Lage zu: Im Jänner sorgte der US-Präsident mit erneuten Drohungen, das zu Dänemark gehörende Grönland zu annektieren, für eine transatlantische Krise. Seit dem Ausbruch des Krieges mit dem Iran am 28. Februar zeigte er sich zudem verärgert darüber, dass die NATO-Partner keine Hilfe bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus angeboten haben. Die für die weltweite Energieversorgung wichtige Route ist trotz eines in dieser Woche verkündeten, fragilen Waffenstillstands weitgehend gesperrt. NATO-Diplomaten zufolge ließen die USA bisher offen, welche konkreten Einsätze sie von den einzelnen Mitgliedsstaaten erwarten.

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