Politik | Ausland
03/21/2019

Bestätigt: Neuseeland-Attentäter war in Österreich

Es handle sich um ein erstes Resultat der laufenden Untersuchung des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung.

Der mutmaßliche rechtsextreme Attentäter von Christchurch hat sich vor seiner Tat auch in Österreich aufgehalten. Dies bestätigte das Innenministerium dem ORF-Radio am Donnerstag. Es handle sich dabei um ein erstes Resultat der noch laufenden Untersuchung des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, sagte Ministeriumssprecher Christoph Pölzl.

"Ein erstes Resultat der noch laufenden Untersuchung des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung ist, dass nun bestätigt werden kann, dass sich der mutmaßliche Attentäter von Christchurch in Österreich aufgehalten hat", sagte Pölzl. Keine Bestätigung gab es, was das Datum des Österreich-Aufenthalts betrifft. Wie das Ö1-Frühjournal berichtete, hieß es aber vom Ungarischen Zentrum für Terrorismusbekämpfung, dass der Australier am 26. November 2018 den Budapester Bahnhof Keleti mit einem Intercity-Zug aus Rumänien erreicht habe. "Wenige Stunden später" sei er nach Österreich weitergereist.

Wie die Tageszeitung Der Standard am Montag berichtete, besuchte der Attentäter vor einigen Monaten zwei Mal Österreich. Auf seinem mittlerweile gelöschten Facebook-Profil sollen sich laut dem deutschen Online-Portal t-online Fotos von Wien, Kärnten, Salzburg und Innsbruck gefunden haben. Die Österreich-Verbindungen des Christchurch-Attentäters werden Ende März auch Thema im Parlament, wie der Obmann des ständigen Unterausschusses für Inneres, Werner Amon (ÖVP), mitteilte. An der Sitzung würden auch die Minister für Inneres, Verteidigung und Justiz teilnehmen.

Der 28-jährige Australier hatte am Freitag in zwei Moscheen in Neuseeland 50 Menschen erschossen und zahlreiche weitere verletzt. Er hatte seine Tat mit einer Körperkamera live über soziale Netzwerke übertragen. Auf einer seiner Waffen soll der Name des Stadtkommandanten Wiens bei der Türkenbelagerung des Jahres 1683, Ernst Rüdiger von Starhemberg, eingraviert gewesen sein, berichtete "t-online". In dem bizarren Manifest, das er vor der Tat veröffentlichte und das an jenes des Osloer Attentäters Anders Breivik erinnert, nahm er unter anderem Bezug auf die Schlacht gegen die Osmanen im Jahr 1683.