Politik | Ausland
21.11.2017

Regierungsgebäude in Luhansk abgeriegelt

In der selbsternannten "Republik Luhansk" kam es zu Flügelkämpfen unter prorussischen Separatisten.

Hunderte Bewaffnete in Militäruniformen haben am Dienstag Regierungsgebäude im ostukrainischen Luhansk abgeriegelt. Mit Kalaschnikow-Gewehren bewaffnete Männer sperrten alle Zufahrtsstraße zum Parlament und dem Regierungssitz der selbsternannten "Republik Luhansk" ab.

Mindestens ein Panzer fuhr auf. Die Bewaffneten trugen keine Hoheitsabzeichen, aber weiße Bänder um den Arm. Im Regierungsviertel fiel der Strom aus.

Einer der Männer sagte der Nachrichtenagentur AFP, im Stadtzentrum von Luhansk seien "Militärübungen" im Gange, die mindestens bis Mittwoch früh andauern sollten. AFP-Reporter wurden daran gehindert, zu fotografieren oder zu filmen.

Machtkampf

Der "Präsident" der Region Luhansk, Igor Plotnizki, und sein früherer Innenminister Igor Kornet hatten sich zuletzt einen Machtkampf geliefert. Am Montag hatte Plotnizki den Minister entlassen.

Einen Tag später hatte Kornet seine Entlassung über die Nachrichtenagentur der Separatisten dementiert. Der "Präsident" hatte ihm daraufhin vorgeworfen, sich an die Macht zu klammern und die Region damit zu destabilisieren.

Im Osten der Ukraine herrscht seit mehr als drei Jahren ein blutiger Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. Dabei wurden bisher mehr als 10.000 Menschen getötet. Die ukrainische Regierung, die EU und die USA werfen Russland vor, die Separatisten militärisch zu unterstützen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.