Neue Spannungen? Trump schickt US-Lazarettschiff nach Grönland

Die USA haben ein Lazarettschiff nach Grönland geschickt. "Es ist auf dem Weg", schrieb US-Präsident Trump. Damit könnten die Spannungen wieder erhöht werden.
US Navy hospital ship to deploy on humanitarian mission to Latin America and Caribbean

Die USA wollen nach Angaben von Präsident Donald Trump ein Lazarettschiff nach Grönland schicken und riskieren damit neue Spannungen im Verhältnis zum NATO-Partner Dänemark. Es solle bei der Versorgung von Kranken helfen, die auf der Arktisinsel keine Hilfe bekämen, schrieb Trump in einem Post auf seiner Plattform Truth Social. "Es ist auf dem Weg!!!" Er sprach von einem "tollen" Schiff, nannte ansonsten aber keine weiteren Einzelheiten.

Einsatz nach Naturkatastrophen oder zu Corona

Trumps wiederholte Drohungen, die zum Königreich Dänemark gehörende und strategisch bedeutende Insel notfalls auch mit Gewalt zu annektieren, hatten in den vergangenen Wochen zu Verwerfungen zwischen Europa und den USA geführt. Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen sagte dem Fernsehsender DR, dass Dänemark nicht über Trumps Pläne mit dem Lazarettschiff informiert worden sei. Er versicherte dabei auch, dass Grönland die nötige medizinische Versorgung von Dänemark erhalte.

Die US-Marine verfügt über zwei große Lazarettschiffe. In der Vergangenheit wurden die schwimmenden Krankenhäuser etwa nach Naturkatastrophen wie massiven Erdbeben oder verheerenden Hurrikans für Hilfseinsätze in betroffene Gebiete verlegt. In der Hochphase der Corona-Pandemie kamen sie zeitweise auch in US-Häfen zum Einsatz. Die Lazarettschiffe haben nach Angaben der Marine eine Kapazität von jeweils rund 1.000 Krankenhausbetten, davon 80 Betten auf der Intensivstation. Trump illustrierte seinen Post mit der Darstellung eines Schiffes, auf dem der Name eines der beiden Marine-Lazarettschiffe prangt: USNS Mercy.

Lazarettschiffe zuletzt beide in Werft

Unklar ist allerdings, inwieweit und wie schnell die beiden Schiffe überhaupt einsatzfähig sind. Ende Jänner hatte eine Werft in Mobile im US-Staat Alabama auf Facebook mitgeteilt, dass nun auch die USNS Comfort dort angekommen sei und damit beide Lazarettschiffe dort lägen. Für die Comfort waren dort nach früheren Angaben des Pentagons Arbeiten bis Ende April geplant.

Das Schiffsverkehrs-Portal "Vesselfinder" verortete beide Schiffe zuletzt weiter in Mobile - wobei nur für die USNS Mercy am Sonntagvormittag mitteleuropäischer Zeit aktuelle Daten vorlagen, für die USNS Comfort stammten die letzten Angaben von Anfang des Monats. Hinzu kommt, dass Trump zwar schrieb, dass das Schiff bereits unterwegs sei - normalerweise dauert es aber einige Zeit, ein Lazarettschiff mit voller Personalstärke auszustatten. Im Regelbetrieb, wenn die Schiffe vor Anker liegen, befindet sich nur eine minimale Besatzung an Bord.

Auf dem riesigen Gebiet Grönlands leben nur knapp 57.000 Menschen. Zuletzt gab es keine Berichte über einen großen medizinischen Bedarf dort, der die Entsendung eines Lazarettschiffs als nötig erscheinen ließe. In Grönland ist neben öffentlichen Gesundheitseinrichtungen in der Fläche das Krankenhaus Königin Ingrid in der Hauptstadt Nuuk für kompliziertere Fälle zuständig. In Einzelfällen werden Patienten für aufwendigere Eingriffe auch aus Grönland nach Dänemark ausgeflogen.

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