Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Griechenland: Sprengstoffanschläge auf Häuser von Politikern

In Thessaloniki wurden drei Wohnhäuser von Mitgliedern der Regierungspartei mit selbstgebauten Sprengsätzen angegriffen. Die Mutter einer Ex-Kandidatin starb.
GREECE-POLITICS-EXPLOSION-POLICE

Zusammenfassung

  • In Thessaloniki wurde bei Angriffen mit selbstgebastelten Sprengsätzen auf die Häuser von drei Politikern der Regierungspartei Nea Dimokratia eine Frau getötet und vier weitere Menschen verletzt.
  • Bei dem Todesopfer handelt es sich um die Mutter der ehemaligen Parteikandidatin Afroditi Nestora; zudem wurden Nestora, ihre Eltern und mehrere Fahrzeuge in dem Wohngebäude getroffen.
  • Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis verurteilte die Taten als terroristischen Anschlag, während die Polizei wegen möglicher gemeinsamer Täter und des Motivs ermittelt.

In der nordgriechischen Stadt Thessaloniki ist bei Angriffen auf die Privathäuser von drei Politikern der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia mit selbstgebastelten Sprengsätzen ein Mensch getötet worden. 

Bei dem Anschlag in den frühen Morgenstunden gerieten Fahrzeuge in der Garage eines Wohnhauses in Brand. Die Mutter der ehemaligen Parteikandidatin Afroditi Nestora erlitt dabei tödliche Verbrennungen. Vier weitere Menschen wurden verletzt, darunter die Politikerin selbst, ihr Vater sowie zwei weitere Bewohner des Gebäudes.

GREECE-POLITICS-EXPLOSION-POLICE

Griechenland: Sprengstoffanschläge auf Häuser von Politikern

GREECE-POLITICS-EXPLOSION-POLICE

Griechenland: Sprengstoffanschläge auf Häuser von Politikern

Firebombings of homes linked to Greek governing party in Thessaloniki

Griechenland: Sprengstoffanschläge auf Häuser von Politikern

Firebombings of homes linked to Greek governing party in Thessaloniki

Griechenland: Sprengstoffanschläge auf Häuser von Politikern

Firebombings of homes linked to Greek governing party in Thessaloniki

Griechenland: Sprengstoffanschläge auf Häuser von Politikern

Als weitere Anschlagsziele wurden der Vorsitzende des Parteivorstands, Sisis Ioakimovic, und der ehemalige Abgeordnete Savvas Anastasiades genannt.

Die Ermittlungen konzentrieren sich aktuell auf die Auswertung von Videoaufnahmen. Die griechische Anti-Terror-Einheit untersucht das Material, um die mutmaßlichen Täter zu identifizieren, berichtete der griechische Rundfunk ERTnews.

Mindestens drei Personen sollen an den Angriffen beteiligt gewesen sein, berichtete die Athener Zeitung Kathimerini. Auf Aufnahmen von Überwachungskameras sollen zwei Verdächtige auf einem Motorrad zu sehen sein, die die Brandsätze platziert haben. Ein weiterer Motorradfahrer soll Schmiere gestanden sein. Der Polizei zufolge wurden die Angriffe in den frühen Morgenstunden verübt. Die improvisierten Sprengsätze wurden demnach aus Butangasflaschen hergestellt. Hinter allen Anschläge werden dieselben Täter vermutet. Selbstgebaute Sprengsätze werden in Griechenland häufig von linksextremen und anarchistischen Gruppierungen verwendet.

Mitsotakis empört

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis äußerte sich „empört“ und sprach von einem „feigen, terroristischen und mörderischen Anschlag“. Er wollte Thessaloniki später besuchen, um seinen Parteikollegen beizustehen. Nach der Bekanntgabe des Todes einer der Verletzten erklärte Mitsotakis, dies „bestätigt den mörderischen und unmenschlichen Charakter der blinden Gewalt, die im öffentlichen Leben existiert“. 

Mitsotakis erklärte, seine Reise nach Thessaloniki solle „eine absolut klare und unmissverständliche Botschaft senden: null Toleranz gegenüber jeder neuen Form des Terrorismus, die in unserem Land auftreten könnte“. Auch linke Oppositionsparteien verurteilten die Anschläge.

Griechenland wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder von terroristischen Anschlägen und politisch motivierter Gewalt erschüttert. Während die meisten früheren Terrorgruppen inzwischen zerschlagen wurden, verüben militante Gruppen aus dem autonomen Spektrum weiterhin regelmäßig Brand- und Sprengstoffanschläge. Ziele sind häufig Politiker, Behörden, Polizeidienststellen, Banken oder Unternehmen.

Kommentare