Politik Ausland
05/25/2021

Gleichstellung homosexueller Paare in Litauen gescheitert

Das Parlament in Vilnius lehnt die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften auch im Erbrecht ab.

In Litauen ist ein Gesetzesvorhaben zur rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften vorerst gescheitert. Die Mehrheit der Abgeordneten im Parlament in Vilnius stimmte am Dienstag in erster Lesung gegen den Gesetzentwurf, der gleichgeschlechtlichen Paaren Erbrechte, gemeinsamen Besitz von Eigentum, Verfahrensgarantien und die M├Âglichkeit zur ├änderung des Nachnamens gew├Ąhrt h├Ątte. Das Recht auf die Adoption von Kindern war nicht enthalten.

Ehe ist ein Bund zwischen Mann und Frau

Der Gesetzentwurf war von Regierungschefin Ingrida Simonyte unterst├╝tzt worden, hatte aber die von den Konservativen angef├╝hrte Regierungskoalition entzweit. Pr├Ąsident Gitanas Nauseda hatte erkl├Ąrt, das Gesetz d├╝rfe nicht gegen die litauische Verfassung versto├čen, welche die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau definiert.

"Wir werden weiter f├╝r den Wandel arbeiten"

ÔÇ×Das ist nicht das EndeÔÇť, sagte die Vorsitzende der Freiheitspartei, Ausrine Armonaite, nach der Abstimmung. ÔÇ×Wir werden weiter f├╝r den Wandel arbeiten, daf├╝r, dass alle vor dem Gesetz gleich sind, so dass niemand an den Rand der Gesellschaft gedr├Ąngt wird.ÔÇť
Mitte Mai hatten tausende Litauer gegen die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften demonstriert und sich in der Hauptstadt Vilnius zu einem ÔÇ×Familien-VerteidigungsmarschÔÇť versammelt. Bei einer Umfrage 2019 hatten 70 Prozent der Litauer angegeben, gegen eine rechtliche Gleichstellung Homosexueller zu sein.

Das kleine EU-Land ist mehrheitlich katholisch.

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