Politik | Ausland
12.06.2018

Gipfeltreffen: Internationales Lob für Trump und Kim

Mut und Entschlossenheit der beiden Staatsoberhäupter wurden gelobt. Einzig der Iran spricht Kim eine Warnung aus.

Nach etwas mehr als acht Stunden endete am Dienstagnachmittag (Ortszeit) das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Singapur.

Die internationalen Reaktionen fielen fast durchwegs positiv aus. So lobte etwa der Südkoreanische Präsident Moon Jae-in den Mut und die Entschlossenheit von Kim und Trump. Man werde die dunklen Zeiten des Krieges für immer hinter sich lassen, erklärte Moon am Dienstag.

Zum vom US-Präsidenten angekündigten Stopp der US-Militärmanöver hieß es von südkoreanischer Seite, man müsse ergründen, was Trumps Absichten seien. Die Streitkräfte der beiden Verbündeten trainierten bisher regelmäßig gemeinsam.

Japans Regierungschef Shinzo Abe sagte am Dienstag, man unterstütze das historische Gipfeltreffen als einen Schritt zur umfassenden Lösung der Probleme mit Nordkorea. Japan, das vom Nachbarstaat bedroht wird, hofft auf eine atomare Abrüstung Nordkoreas.

Auch die Europäische Union begrüßte das Treffen in Singapur. Es sei ein „entscheidender und notwendiger Schritt“ für den Friedensprozess in der Region gewesen, erklärte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Dienstag in Brüssel. Die unterzeichnete Erklärung zeige, dass eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen möglich sei.

Gipfel Trump-Kim

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Kein Mucks mehr vom "Raketenmann, der auf einem selbstmörderischen Weg ist", kein Wort mehr vom "geisteskranken, dementen US-Greis." Im Gegenteil. Der Gipfel in Singapur hätte freundlicher kaum verlaufen können. 

Donald Trump und Kim waren voll des Lobes füreinander. "Kim ist ein sehr talentierter Mann", erklärte Trump. "Wir haben eine sehr besondere Verbindung aufgebaut." 

Er sei sehr stolz darauf, was am Dienstag geschehen sei, sagte Trump bei der Unterzeichnungszeremonie mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Singapur nach dem vierstündigen Gipfel.

Trump lud Kim auch ins Weiße Haus nach Washington ein. Er werde Kim viele Male treffen, sagte der US-Präsident.

Kim Jong-un meinte, es wäre nicht einfach gewesen nach Singapur zu kommen. "Alte Praktiken und Vorurteile haben gegen uns gearbeitet. Aber wir haben sie alle überwunden. Und jetzt sind wir hier."

Die beiden können auch Konkretes vorweisen: Nordkorea verpflichtete sich zu einer "vollständigen Denuklearisierung". Die gesamte Koreanische Halbinsel solle komplett atomar abgerüstet werden.

Trump sagte Nordkorea zudem Sicherheitsgarantien zu.

Im Rahmen des Gipfels kam es zu mehreren Gesprächsrunden. 

Zunächst sprachen Trump und Kim nur in kleiner Runde, unter vier Augen, begleitet lediglich von ihren Dolmetschern. Erst im Anschluss in größerer Runde. 

"Die Welt wird einen großen Wandel erleben", meinte Kim im Anschluss. "Wir haben beschlossen, die Vergangenheit hinter uns zu lassen."

Weitere Bilder vom Treffen

China und Russland positiv gestimmt

Auch aus China und Russland waren positive Reaktionen zu vernehmen. „Es ist zu begrüßen, dass ein wichtiger Schritt voran gemacht wurde“, sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow. Die konkreten Vereinbarungen müssten jedoch genau geprüft werden. Das Pekinger Außenministerium sieht den Gipfel als „wichtigen Fortschritt“ bei der Förderung der Denuklearisierung an.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte sich indes bereit, bei der Überprüfung der Fortschritte zu helfen und die atomare Abrüstung Nordkoreas zu überwachen. IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano sagte am Dienstag in Wien, dass die UN-Behörde bei entsprechenden Bitten der beteiligten Länder einsatzbereit sei.

Iran warnt Kim

Weniger positiv wurde der Gipfel von Seiten des Iran kommentiert. Ein Regierungssprecher warnte Kim davor, ein Atomabkommen mit Trump einzugehen. „Wir habe es mit einem Mann zu tun, der seine Unterschrift widerruft, sobald er im Ausland ist“, so der Sprecher. Trump äußert sich auf seiner Pressekonferenz in Singapur auch über den Iran. Die Sanktionen gegen die Islamische Republik würden „brutal“ werden. Er freue sich aber darauf, ein überarbeitetes Atomabkommen mit dem Iran auszuhandeln.