Politik | Ausland
27.12.2017

Gefangenenaustausch als Hoffnungsschimmer im Ukraine-Konflikt

Sajdik spricht von einer "zutiefst humanitäre Geste". Die Waffenruhe scheint zu halten.

Politisches Weihnachtstauwetter im Ukraine-Konflikt: Nach monatelangem Tauziehen tauschen die ukrainische Armee und die pro-russischen Separatisten am heutigen Mittwoch 380 Gefangene aus. Der OSZE-Sonderbeauftragte für die Ukraine, Martin Sajdik, sprach von einer "zutiefst humanitären Geste". Sie sei vor allem für die ukrainische Öffentlichkeit "sehr wichtig", betonte Sajdik gegenüber der APA.

Die Ukraine wird 306 Gefangene freilassen, die Separatisten 74. Der Austausch war eigentlich schon Anfang 2015 in der Minsker Friedensregelung vereinbart worden. Er ließ sich aber ebenso wenig umsetzen wie eine Waffenruhe zwischen Konfliktparteien. Auch diesbezüglich gibt es einen Hoffnungsschimmer. Die zum orthodoxen Weihnachtsfest am 7. Jänner vereinbarte Waffenruhe scheint weitgehend zu halten. Laut der OSZE-Beobachtungsmission SMM ging die Zahl der Zwischenfälle zwischen dem 23. und 24. Dezember in der Region Donezk deutlich zurück, während in der Region Luhansk 24 Stunden lang überhaupt keine Verletzung verbucht wurde. Zuvor hatten die Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) täglich Hunderte Verletzungen registriert.