Politik | Ausland
20.03.2018

Freies WLAN an öffentlichen Plätzen

WLAN-Betreiber in Deutschland sind noch haftbar für Traffic in ihren Netzwerken © Bild: Stephanie Pilick, apa

„WiFi4EU“ - so heißt die neueste Digital-Initiative der EU-Kommission. Die EU bietet Gemeinden 15.000 Euro.

Digitalkommissarin Mariya Gabriel erklärte am Dienstag, den Europäern solle dadurch zunehmend freier Zugang zum Internet gewährleistetwerden. Mit 15.000 Euro EU-Förderung pro Gemeinde sollen WiFi-Hotspots an öffentlichen Plätzen installiert werden. Bis Mitte Mai können die Gemeinden sich unter „www.WiFi4EU.eu“ anmelden. Nach dem Prinzip „first come, first served“ wird die EU den ersten 1000 Ansuchern ein solches WLAN-Portal zusichern. Allerdings muss jedes EU-Mitgliedsland mindestens 15 solcher WLAN-Stationen erhalten. Bis 2020 soll es bis zu 8000 gratis Hotspots in der EU geben. Die Initiative sei ein weiterer Schritt in Richtung digitalem Binnenmarkt, heißt es von der EU-Kommission.

Sorge vor Strahlung

Nicht alle sehen die zunehmende Verbreitung von WLAN aber als Vorteil. Zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor elektromagnetischer Strahlung hat der Europarat 2011 in einer Resolution noch die Verbannung von WLAN aus Schulen und Kindergärten gefordert. Auch der Gebrauch von Mobiltelefonen in Bildungseinrichtungen müsse drastisch eingeschränkt werden, hieß es damals. Frankreich verabschiedete daraufhin ein Gesetz, das WLAN in Kindergärten verbietet und die Benutzung in Volksschulen stark einschränkt. Ö1 berichtete am Dienstag zudem, dass Frankreich Handys im nächsten Herbst in Schulen ganz verbieten möchte, und zwar während des Unterrichts und in den Pausen.

Viele Experten bezweifeln hingegen die Schädlichkeit von kabellosem Internet. Messungen in der Schweiz ergaben beispielsweise, dass ein Gebäude mit WLAN nur 0,2 Prozent stärker belastet sei, als ein WLAN freies.