Politik | Ausland
06.06.2018

Frankreich warnt Iran vor "Spiel mit der roten Linie"

Außenminister Le Drian kritisiert die von Teheran angekündigte Ausweitung der Urananreicherung.

Frankreich hat die angekündigte Ausweitung der iranischen Urananreicherung scharf kritisiert und die Führung in Teheran vor Konsequenzen gewarnt. Sollte das Land seine Ankündigung wahr machen, bewege es sich nahe an der "roten Linie", sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian am Mittwoch im Sender Europe 1.

"Es ist immer gefährlich, mit der roten Linie zu flirten", sagte Le Drian. Zugleich bekräftigte er, die Europäer wollten weiter am Atomabkommen mit dem Iran festhalten.

Grundlage für Atomwaffen

Le Drian reagierte auf die Ankündigung des Chefs der iranischen Atombehörde und Vizepräsidenten, Ali Akbar Salehi, man habe mit den Vorbereitungen zum Bau leistungsstärkerer Zentrifugen zur Urananreicherung begonnen. Hochangereichertes Uran ist der Grundstoff für die Produktion von Atomwaffen.

Die Ankündigung einer Beschleunigung des Uran-Programms gewinnt zusätzliche Brisanz, weil das geistliche und politische Oberhaupt des Iran, Ali Khamenei, erst vor wenigen Tagen erneut die Zerstörung Israels als Ziel ausgegeben hatte. Der Iran hat noch nicht entschieden, ob er nach der Aufkündigung des Abkommens durch die USA selbst weiter vertragstreu bleiben will. Dazu hat die Regierung Forderungen erhoben, etwa, die Ölausfuhren im vollen Umfang fortsetzen zu können.

Iran: Nicht noch mehr Kooperation

Der Iran will unterdessen nicht auf das Drängen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) eingehen, noch besser mit den Inspekteuren der UN-Behörde zu kooperieren. Dies machte der iranische Botschafter bei der IAEA, Reza Najafi, am Mittwoch in Wien deutlich.

"Da der Iran nicht vom Atomabkommen profitiert, sollte niemand erwarten, dass der Iran freiwillige Maßnahmen umsetzt", sagte Najafi. Der Botschafter reagierte damit auf einen Hinweis von IAEA-Chef Yukiya Amano, dass Teheran in einigen Fällen eine wünschenswerte maximale Zusammenarbeit habe vermissen lassen. Die IAEA kontrolliert die Umsetzung des Atomdeals von 2015.