Politik | Ausland
01.08.2018

Frankreich: Macron verbannt Handys aus Schulen

Bis zum Alter von 15 keine Smartphone-Verwendung in der Schule - kein Vorbild für Österreich.

Während an vielen Schulen der Trend immer mehr in Richtung „Digital“ geht, wird es in Frankreich künftig in die entgegengesetzte Richtung laufen. Denn an den meisten französischen Schulen werden Smartphones und Tablets bald nur noch in „absoluten Ausnahmefällen“ erlaubt sein. Das hat Frankreichs Nationalversammlung am Montag beschlossen.

Wahlversprechen

Die Abgeordneten der Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron „La République en Marche“ sowie die liberale Partei stimmten für die Regelung. Linke und konservative Volksvertreter enthielten sich ihrer Stimme. Damit ist Macrons Wahlversprechen umgesetzt. Verboten werden sollen nicht nur Handys, sondern auch andere Geräte mit Internet wie zum Beispiel Tablets oder Smartwatches. Laut Gesetz gilt das Verbot nicht nur für alle schulischen Räume, sondern auch für schulische Aktivitäten außerhalb des Gebäudes.

Das Verbot wird nach den Sommerferien in Kraft treten und gilt für Vorschulen, Volksschulen und weiterführende Schulen – also für alle Kinder zwischen drei und 15 Jahren. Gymnasien wird es freigestellt, sich an das neue Gesetz halten. Eine Ausnahmeregelung gibt es für Kinder mit einer Behinderung, oder wenn das Handy für den Unterricht gebraucht wird.

Ganz neu ist die Regelung nicht: Schon seit 2010 ist es verboten, das Handy während des Unterrichts zu benutzen. Laut dem französischen Bildungsminister Jean-Michel Blanquer war dieses aber nicht flächendeckend und hatte keine solide Rechtsgrundlage. Kritiker hingegen, befanden die bisherige Regelung als ausreichend. Sie warnten vor „logistischen Problemen und den Kosten“.

Kein Vorbild

Geht es nach dem österreichischen Bildungsministerium, dann ist das Handyverbot in Frankreich kein Vorbild für Österreich: „Schülerinnen und Schüler nutzen das Smartphone anders als in ihrer Freizeit.“ Für fast alle Berufe brauche man digitale Kompetenzen. Dazu gehöre viel mehr, als mit dem Smartphone Fotos zu machen, oder Spiele im Internet zu spielen. Das Ministerium sehe daher kein Problem, digitale Technologien gezielt im Unterricht einzusetzen, wie es am Dienstag der APA mitteilte. Die Schüler könnten das Handy nutzen, um tagesaktuelle Informationen einzuholen. In Österreich gibt es kein gesetzliches Handyverbot an Schulen. Die Verwendung der Smartphones wird in der Hausordnung geregelt und ist individuell verschieden.

In Deutschland ist Bayern das einzige Bundesland, wo Handys im Unterricht ausgeschaltet werden müssen. Jedoch könnte sich die Landesregierung eine Lockerung vorstellen, wie sie erst vor kurzem signalisierte.

Irina Angerer