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Hitzewelle in Frankreich: Erste Atomreaktoren abgeschaltet

Wegen der dritten Hitzewelle des Jahres beginnt Frankreich, Atomreaktoren abzuschalten. Der größte Fluss des Landes schrumpft stellenweise zu einem Bach.
Warnschilder am Ufer vor einem Kernkraftwerk mit Kühltürmen.

Mit einer Länge von rund 1.000 Kilometern ist die Loire der längste Fluss Frankreichs - doch in der dritten Hitzewelle des Jahres, die im Westen des Landes wieder über 40 Grad hochtreibt, schrumpfte die Loire stellenweise zu einem Bach zusammen. Ausreichend Wasser führt zwar die durch Bordeaux fließende Garonne. Doch auch im Südwesten Frankreichs trieb die Hitze die Wassertemperaturen hoch - so hoch, dass der Energiekonzern EDF zu Notmaßnahmen greifen musste:

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Zunächst wurde einer der beiden Reaktoren im Atomkraftwerk Golfech abgeschaltet. Dessen Kühlwasser wird in die Garonne abgeleitet, doch deren Temperaturen hatten bereits 28 Grad erreicht. Am Sonntag wurde jeweils noch ein weiterer Reaktor in den Atomkraftwerken Bugey und Chooz abgeschaltet, die an den Ufern der Flüsse Rhône bzw. Maas liegen.

Zudem seien jeweils zwei Reaktoren in Saint-Alban, in Blayais und Bugey sowie einer in Chooz gedrosselt worden, teilte der größte Energiekonzern Frankreichs mit.

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Die Hitzewelle setzt der Loire, dem längsten Fluss Frankreichs schwer zu

Diese Maßnahme soll vermeiden, dass zu viel heißes Wasser in Flüsse eingeleitet wird, die sich durch die Hitzewelle ohnehin bereits erwärmt haben. Kraftwerke nutzen Fluss- oder Meerwasser zur Kühlung ihrer Reaktoren - benötigt wird davon eine sehr große Menge. Nur etwa ein Drittel der bei der Kernspaltung freiwerdenden Energie wandeln Atomkraftwerke tatsächlich in Strom um. 

Der große Rest geht als Abwärme verloren, das zur Kühlung verwendete Abwasser wird zum Teil wieder in Flüsse oder ins Meer abgeleitet.

Weil das Abwasser aber bis zu 33° C warm sein kann, heizt es die ohnehin schon erwärmten Flüsse weiter auf. Das raubt Tieren und Pflanzen doppelt den Atem: Zunächst führt warmes Flusswasser weniger Sauerstoff mit sich als kühles. Folglich sterben in warmem Wasser mehr Pflanzen und Kleintiere, deren Biomasse beim Verrotten weiteren Sauerstoff verbraucht.

Weshalb Umweltbehörden den Konzernen vorschreiben, ab wann sie die Energieproduktion senken bzw. Reaktoren auszuschalten beginnen müssen. Sobald Grenzwerte erreicht werden, muss die Leistung des Kraftwerks reduziert werden, um die benötigte Kühlwassermenge zu reduzieren bzw. das Kühlwasser nicht zu sehr zu erwärmen.

15 Prozent weniger Stromproduktion

Bereits im Juni war einer der Reaktoren des AKW Golfech infolge der ersten, extremen Hitzewelle heruntergefahren worden, um eine weitere Erwärmung des Flusses zu verhindern, der den Reaktor kühlt. Am 3. Juli war er wieder in Betrieb gegangen - für nur gut eine Woche. 

Die hitzebedingten Abschaltungen der französischen Kernkraftwerke erreichten am Sonntag einen neuen Rekordwert von 9,2 GW bzw. knapp 15Prozent der gesamten Kernkraftwerkskapazität.  Die Temperaturen erreichten einen Höchstwert von 42,3 °C  und werden voraussichtlich bis Mitte der Woche hoch bleiben.

Höchste Warnstufe

Die bereits dritte Hitzewelle in diesem Jahr sorgt für große Trockenheit und hohe Temperaturen. Für 37 Departements verhängte der staatliche Wetterdienst Météo France zu Wochenbeginn angesichts der Hitze die höchste Warnstufe Rot.

Frankreich verfügt über 57 Nuklearreaktoren, die knapp 70 Prozent des Stroms produzieren. Alle befinden sich an Flüssen oder am Meer, sie nutzen das Wasser zur Kühlung der Reaktoren und leiten es erwärmt in den Fluss oder ins Meer zurück.

Wegen der Hitze hatten schon im Vorjahr Atomkraftwerke in Belgien, Frankreich und der Schweiz ihre Leistung drosseln müssen. 

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