"Wachsende Bedrohung": Frankreich erhöht Zahl seiner Atomsprengköpfe

Macron sieht wachsende nukleare Bedrohung in der Welt - Frankreich ist die einzige Atommacht in der EU.
French President Macron visits nuclear submarine navy Base in Ile Longue

Zusammenfassung

  • Frankreich erhöht auf Anordnung Macrons die Zahl seiner Atomsprengköpfe und gibt keine genauen Zahlen mehr bekannt.
  • Macron begründet den Schritt mit wachsenden nuklearen Bedrohungen durch China, Russland und die Lage im Nahen Osten.
  • Frankreich bleibt nach dem Brexit die einzige Atommacht der EU und plant bis 2036 den Bau eines neuen Atom-U-Boots.

Frankreich erhöht angesichts wachsender globaler Bedrohungen die Zahl seiner Atomsprengköpfe. Das habe er angeordnet, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Anders als bisher werde Frankreich nicht mehr über die Zahl seiner Atomwaffen informieren. "Wer frei sein will, muss gefürchtet sein. Wer gefürchtet sein will, muss stark sein."

Frankreich ist einzige Atommacht in der EU

In der EU ist Frankreich seit dem Austritt Großbritanniens 2020 die einzig verbliebene Atommacht. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri besitzt das Land 290 der weltweit etwa 12.200 Atomwaffen und ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrößte Atommacht.

Das Land verfügt über vier Atom-U-Boote, von denen Raketen mit Atomsprengköpfen mit einer Reichweite von etwa 10.000 Kilometern abgefeuert werden können. Auch aus der Luft kann Frankreich Atomwaffen einsetzen. Seine Rafale-Kampfjets können die gut 50 Marschflugkörper des Landes mit Nuklearsprengköpfen abschießen. Diese haben offiziell eine Reichweite von etwa 500 Kilometern.

FRANCE-POLITICS-NUCLEAR-DEFENCE

Angehörige der französischen Marine stehen auf dem Oberdeck eines U-Boots, kurz vor dem Besuch des französischen Präsidenten auf dem Atom-U-Boot-Stützpunkt Île Longue in Crozon, Nordwestfrankreich. 

Macron sieht wachsende nukleare Bedrohung in der Welt

Macron betonte, er schulde es Frankreich, sicherzustellen, dass die Abschreckung glaubhaft bleibe. Ein größeres Atomarsenal sei unabdingbar. Allerdings solle dies kein Einstieg in einen atomaren Rüstungswettlauf werden.

Macron verwies zur Begründung auf wachsende nukleare Bedrohungen weltweit. Die Bedrohung vermische sich und die Verteidigung möglicher Gegner werde stärker. Konkret nannte Macron eine wachsende atomare Rüstung Chinas, die explosive Lage im Nahen Osten sowie die Bedrohung durch Russland.

Zum Ausbau von Frankreichs nuklearem Waffenarsenal sagte Macron, bis 2036 werde ein neues Atom-U-Boot gebaut.

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