Antrag auf Parlamentsauflösung in Israel: Weg für Neuwahlen geebnet
Netanjahu bei der israelischen Feier zum nationalen Gedenkstag für gefallene Soldaten.
Die Regierungskoalition in Israel hat einen Antrag auf Auflösung des Parlaments gestellt und damit den Weg für vorgezogene Neuwahlen geebnet. "Die 25. Knesset wird vor Ablauf ihrer Amtszeit aufgelöst", erklärte die Likud-Partei von Regierungschef Benjamin Netanjahu am Mittwoch. Die Wahl für ein neues Parlament würde an einem vom Knesset-Ausschuss festgelegten Termin stattfinden, der "frühestens 90 Tage nach Verabschiedung dieses Gesetzes liegen darf", hieß es demnach weiter.
Der Gesetzentwurf wurde von der Likud-Partei veröffentlicht und von den Vorsitzenden der sechs Fraktionen unterzeichnet, die gemeinsam die Mehrheit im Parlament bilden. Israelischen Medienberichten zufolge könnte der Gesetzentwurf am 20. Mai zur Abstimmung gebracht werden.
Oppositionsführer Yair Lapid erklärte, er und sein Verbündeter seien bereit, sich bei einer vorgezogenen Abstimmung zur Wahl zu stellen. "Wir sind gemeinsam bereit", schrieb Lapid im Onlinedienst X und bezog sich dabei auf seine neue Allianz, die er Ende April mit dem ehemaligen Regierungschef Naftali Bennett gegründet hat. Mit dem neuen Bündnis hofft die Opposition, Netanjahu in der nächsten Wahl zu schlagen - die nun bereits Ende August stattfinden könnte. Regulär würde am 27. Oktober ein neues israelisches Parlament gewählt werden.
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