Grenzschließungen und mangelnde Kooperation sorgen für Kostenexplosion

© APA/AFP/SAKIS MITROLIDIS

Flüchtlinge
02/25/2016

Das verschuldete Griechenland erwartet Kostenlawine

Zentralbank rechnet mit mindestens 600 Millionen Euro an Ausgaben wegen Flüchtlingskrise.

Für die Bewältigung der Flüchtlingskrise muss Griechenland nach Berechnungen seiner Notenbank in diesem Jahr mindestens 600 Millionen Euro aufbringen. Dies sei aber eine konservative Schätzung, hieß es am Donnerstag in Kreisen der Zentralbank.

"Die Kosten könnten noch höher ausfallen, wenn der Zustrom noch größer wird und wenn die Flüchtlinge wegen der Grenzschließungen in Griechenland festsitzen", sagte ein Insider der Zentralbank. Einbezogen wurden in die Berechnungen Ausgaben für Rettungsaktionen, den Aufbau der Infrastruktur und Rückführungen.

"Domino-Effekt" sorgt für Probleme in Griechenland

Das hoch verschuldete Griechenland, das mit Milliardensummen vor dem Staatsbankrott gerettet wurde, ist für Hunderttausende Migranten das erste Ziel in der Europäischen Union. Die meisten kommen über die Türkei. Diese unternimmt trotz ihrer Zusagen bisher wenig, den Flüchtlingsstrom über die Ägäis auf die griechischen Inseln einzudämmen. Auf der anderen Seite schließen immer mehr Länder auf der sogenannten Balkanroute ihre Grenzen für Migranten. Sie sitzen daher in Griechenland fest.

"Die griechische Wirtschaft hat schon eine großen Teil des Weges geschafft, und es ist nur noch ein kleines Stück bis zum Ende der Krise."

Die Flüchtlingskrise sei eines der größten Risiken für die griechische Wirtschaft, erklärte die Zentralbank offiziell. Die griechische Wirtschaft steckt seit Jahren in der Rezession. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem weiteren Rückgang der Wirtschaftsleistung um etwa ein Prozent, nach einem Minus von 0,7 Prozent 2015. Für die zweite Jahreshälfte sagten die Notenbanker aber eine Erholung voraus. "Die griechische Wirtschaft hat schon eine großen Teil des Weges geschafft, und es ist nur noch ein kleines Stück bis zum Ende der Krise", sagte Notenbankchef Yannis Stournaras. Entscheidend dafür sei nun, dass die im Rahmen des Hilfspakets vereinbarten Reformen umgesetzt würden.

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