Politik | Ausland
01.12.2018

Ex-US-Präsident George H. W. Bush ist tot

Bush verbrachte fast sein ganzes Leben mit seiner Frau Barbara, nun starb er rund ein halbes Jahr nach ihr im Alter von 94 Jahren.

Der frühere US-Präsident George H. W. Bush ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Dies teilte ein Sprecher der Familie in der Nacht auf Samstag via Twitter mit. Der Republikaner war von 1981 bis 1989 Vizepräsident unter Ronald Reagan und anschließend vier Jahre lang Regierungschef in Washington. Sein Sohn George W. Bush war von 2001 bis 2009 Präsident.

Seine Geschwister und er seien "betrübt bekannt zu geben, dass unser lieber Vater nach 94 außerordentlichen Jahren gestorben ist", hieß es in einer von seinem Sohn George W. Bush, ebenfalls ehemaliger US-Präsident, im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichten Erklärung.

Der Verstorbene sei "der beste Vater gewesen, den ein Sohn oder eine Tochter sich wünschen konnte", so die Mitteilung. Die gesamte Familie Bush sei "zutiefst dankbar" für das Leben und die Liebe des 41. Präsidenten der USA. Der zweitälteste Sohn Jeb Bush schrieb auf Twitter, nichts habe seinem Vater mehr Freude bereitet, als anderen zu helfen.

Bushs Tod kommt nur wenige Monate nach dem seiner Frau Barbara im April. Die beiden waren 73 Jahre verheiratet gewesen. Der ehemalige Präsident hinterlässt fünf Kinder und 17 Enkelkinder.

George H. W. Bush musste in den vergangenen Jahren immer wieder im Krankenhaus behandelt werden. Vor rund zweieinhalb Jahren brach er sich bei einem Sturz in seinem Ferienhaus einen Halswirbel. Zuletzt saß er im Rollstuhl.

Der hoch dekorierte Kriegspilot und ehemalige CIA-Chef verbrachte nur eine Amtszeit im Weißen Haus. Eine schwache Wirtschaft verhinderte seine Wiederwahl - stattdessen wurde der 22 Jahre jüngere Demokrat Bill Clinton Präsident.

Dieser hat die Freundschaft zu seinem verstorbenen Amtsvorgänger George H. W. Bush als eines der größten Geschenke seines Lebens bezeichnet. Dafür werde er immer dankbar sein, erklärte Clinton am Samstag.

 Die Vorliebe des Verstorbenen für Stabilität und internationalen Konsens steht in scharfem Kontrast zum Vorgehen des aktuellen Amtsträgers Donald Trump - den Bush sen. als Anhänger derselben Partei nicht wählte.

Präsident Trump lobte in einer ersten Reaktion die "unerschütterliche Führung" des Verstorbenen. Er habe "Generationen von Amerikanern" inspiriert, erklärte Trump in Buenos Aires.

Bush habe immer einen Weg gefunden, die Messlatte höher zu setzen, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. "Mit einem zuverlässigen Urteilsvermögen, gesundem Menschenverstand und einer unerschütterlichen Führung brachte Präsident Bush unsere Nation und die Welt zu einem friedlichen und siegreichen Abschluss des Kalten Krieges", hieß es weiter. Bush habe die Grundlagen für einen jahrzehntelangen Wohlstand geschaffen. Bei allem, was er vollbracht habe, sei er stets demütig geblieben.

Der demokratische Ex-Präsident Barack Obama zeigte sich bestürzt über den Tod von George H. W. Bush. Amerika habe einen "Patrioten und bescheidenen Diener" verloren, hieß es in einer Erklärung von Barack und Michelle Obama. "Während unsere Herzen heute schwer sind, sind sie auch voller Dankbarkeit." Bush habe sein Leben einem Land gewidmet, das er geliebt habe. Er hinterlasse ein Vermächtnis, das niemals erreicht werden könne, "auch wenn er gewollt hätte, dass wir alle es versuchen".

Aus George H. W. Bushs Amtszeit ist vor allem der Krieg zur Befreiung Kuwaits in Erinnerung. Besonderes Profil zeigte er auch nach dem Fall der Berliner Mauer - als einer der ganz wenigen westlichen Staatschefs stellte er sich offen hinter die deutsche Einheit. Der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl zollte ihm dafür großes Lob.

George Herbert Walker Bush war der angesehene Patriarch einer politischen Dynastie. Sein Sohn George W. Bush verbrachte zwei Amtszeiten im Weißen Haus, sein Sohn Jeb war Gouverneur im US-Staat Florida. Zum Zeitpunkt seines Todes war Bush jener US-Präsident, der am längsten gelebt hatte.