Ceuta: EVP-Chef Weber drängt auf Rückkehrzentren in Afrika
Zusammenfassung
- EVP-Chef Manfred Weber fordert angesichts der Migrationskrise in Ceuta eine schnelle Einführung von Rückkehrzentren in Afrika und verweist auf mögliche Anreize der EU für kooperierende Staaten.
- Weber sieht in der Zusammenarbeit mit Nachbarstaaten ein funktionierendes Modell und drängt darauf, Rückführungen nicht länger vom politischen Willen einzelner Mitgliedsstaaten abhängig zu machen.
- Zugleich spricht er sich für einen Ausbau von Frontex zu einer europäischen Grenzschutzagentur mit 50.000 Einsatzkräften und erweiterten Kontroll- und Eingriffsrechten aus.
Angesichts der Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta hat sich der Chef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, für eine schnelle Einführung von Rückkehrzentren in Afrika ausgesprochen. Die EU habe durch Handelsbeziehungen, Wirtschaftszusammenarbeit und auch legaler Migration „enorme Angebote für Länder, die mit uns bei diesen Return-Hubs kooperieren“, schrieb er in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Ende Juli und Anfang August hatten knapp 72.000 Menschen vorübergehend von Marokko aus die spanische Exklave erreicht. Die erwachsenen Migranten konnten fast alle schnell zurückgeschickt werden. Die Reaktion auf die Krise in Ceuta habe gezeigt, „dass eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten funktionieren kann“, erklärte Weber.
Weber warnt vor Scheitern wegen einzelner Mitgliedsstaaten
Für die Umsetzung von Abschiebezentren brauche es „einen klaren Auftrag an die Kommission“, und man dürfe „nicht länger auf den langsamsten Mitgliedstaat warten“, so der CSU-Politiker. Auch Rückführungen dürften „nicht länger vom politischen Willen einzelner Mitgliedstaaten abhängen“.
Mögliche Abschiebezentren außerhalb der EU und die Auslagerung von Asylverfahren werden seit Jahren diskutiert und sind höchst umstritten. Auch bei einer außerplanmäßigen Videokonferenz der EU-Innenminister zur Ceuta-Krise am vergangenen Dienstag waren solche Lösungen ein Thema. Deutschland treibt das Vorhaben in einer Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Niederlanden, Österreich, Griechenland und Dänemark voran.
Frontex soll „Kommandogewalt erhalten“
Zudem sprach sich Weber für eine Ausweitung der EU-Grenzschutzbehörde Frontex aus. Diese müsse zu einer „echten europäischen Grenzschutzagentur mit 50.000 Einsatzkräften ausgebaut werden“ und „den Mitgliedstaaten auch auf die Finger schauen“, schrieb er. „Unabhängige, unangekündigte Kontrolle an den Grenzposten Europas, um zu prüfen, ob Grenzschutz-Recht der EU auch umgesetzt wird, müssen Standard werden. Und klar ist auch: Wenn nationale Behörden nicht willens sind, unsere Grenzen zu schützen, dann muss Frontex auch Kommandogewalt erhalten.“
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