Trump gegen die Wirklichkeit: Warum diese Rede an die Nation zum Bumerang wird
Zehn Jahre ist es her, dass Trumps damaliger Büchsenspanner Steve Bannon die Parole ausgab, man müsse die Öffentlichkeit mit „shit” fluten; damit sie nicht merkt, was wirklich vor sich geht.
Der Trick hat sich abgenutzt.
Die Amerikaner sind mehrheitlich des politischen Gestanks überdrüssig, den Trump mit seiner täglichen „tour de force” gegen die Ecksäulen der Demokratie erzeugt.
Was der Präsident in der bisher längsten und, angesichts dutzender Falschdarstellungen, unerträglichsten „Rede zur Lage der Nation” vom Stapel ließ, wie er sich und seine mediokre Regierung gegen alle überprüfbaren Tatbestände als Sieger historischen Ausmaßes feierte, das stimmte über weite Strecken depressiv.
Fast 70 % der Amerikaner sehen das „goldene Zeitalter” nicht, das Trump ihnen unterjubelt. Sie sehen in Umfragen, dass ihr Präsident die falschen Prioritäten setzt.
Ihnen sind die außenpolitischen Bodybuilding-Posen von Caracas über Nuuk bis Teheran zuwider, solange die Lebenshaltungskosten weiter hoch sind und ein expandierender Sicherheits-Apparat schleichend faschistische Bremsspuren im Alltag hinterlässt.
Ihnen reißt der Geduldsfaden, wenn der erste Mann im Staat kein Wort über die ICE-Opfer von Minneapolis verliert, sich nebenbei mit Milliardensummen die Taschen füllt und den Epstein-Skandal trotz erdrückender Indizien komplett ausblendet.
Dass der Oberste Gerichtshof Trump gerade erst das bevorzugte Räppelchen aus der Hand geschlagen hat, die Zoll-Keule, gibt jenen Rückversicherung, die der Überzeugung sind, dass der 47. Präsident im 250. Jahr des Bestehens der Vereinigten Staaten die Verfassung des Landes schreddern will.
All das wird sich nach jetzigem Stand im November bei den „midterms” für ihn und die Republikaner bitter rächen. Der Zustand des Landes ist alles in allem miserabel. Alles andere ist Schönfärberei.
Man hört sie schon quaken, die lahme Ente…
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