Unterstützung von Trump: Zieht dieser Skandal-Influencer ins Weiße Haus?

Donald Trump holte nicht nur Influencer und Sportler Jake Paul während einer Kundgebung auf die Bühne, sondern prophezeite auch Pauls politische Karriere.
Donald Trump gestikuliert mit erhobenen Händen.

Der Boxer und umstrittene Internet-Star Jake Paul trat am 11. März bei einer Veranstaltung von US-Präsident Donald Trump in Hebron, Kentucky, auf. Auf der Bühne lobten sich die beiden Männer in den höchsten Tönen gegenseitig. Der 79-Jährige war sogar so von Paul begeistert, dass er ihm eine Zukunft in der Politik prophezeite. 

Donald Trump will Jake Paul in der Politik sehen

Was mir Herr Trump beigebracht hat, ist Mut. Wir weichen niemals vor einem Kampf zurück, selbst wenn der Gegner viel größer ist als man selbst“, sagte Paul bei der Veranstaltung. „Ich glaube, alle Einwohner von Kentucky sehen das genauso. Ihr habt diesen Kampfgeist. Ihr habt diese Ausstrahlung.“ 

Trump, der sich von den Worten des 29-Jährigen überaus erfreut zeigte, übergab dem Content Creator noch einen rhetorischen Blumenstrauß: „Ich wage die Prognose, dass du in nicht allzu ferner Zukunft für ein politisches Amt kandidieren wirst“, sagte Trump. „Du hast meine uneingeschränkte Unterstützung.“

Interview mit Trump geplant

Am selben Tag veröffentlichte Paul ein Video mit dem US-Präsidenten, in dem sie zu dem Hit „YMCA“ von Village People tanzen. „Ein toller Tag und Interview kommt mit DJT“, schreibt der Infleuncer unter der Aufnahme. 

Wer ist Jake Paul?

Der 29-Jährige wurde als Influencer berühmt und verfolgt erst seit 2020 eine Karriere als Boxer. Zuletzt stand er mit Boxlegende Mike Tyson und dem britischen Boxer Anthony Joshua im Ring. Während er Tyson in die Knie zwingen konnte (es wurde spekuliert, dass es sich dabei nur um einen „Schaukampf“ gehandelt habe), musste er bei Joshua eine Niederlage sowie einen Kieferbruch einstecken.  

  • Jake Paul hat auf Instagram knapp 29 Millionen Fans, auf YouTube folgen ihm 21 Millionen.
  • Er und sein Bruder Logan Paul (knapp 27 Millionen Follower auf Instagram) erlangten erstmals 2013 Popularität auf dem Videoportal Vine.
  • Dort postete das Geschwisterpärchen zahlreiche witzige Kurzvideos, bevor Vine 2017 eingestellt wurde.
  • Die Paul-Brüder waren daraufhin auf YouTube vertreten. 

Jake Paul als Fan der Trump-Regierung

Schon in der Vergangenheit hat sich Paul oftmals positiv über die Trump-Regierung geäußert. Sein Zusammentreffen mit Trump in Kentucky war nicht das erste, denn bereits im Jänner wurden der Influencer und Politiker gemeinsam gesichtet. Paul war in Trumps Loge, während sie sich gemeinsam das Meisterschaftsspiel der College Football Playoffs in Miami angesehen haben. 

Zuletzt wurde der 29-Jährige  neben dem Vizepräsidenten JD Vance bei den Olympischen Winterspielen gesichtet. Die beiden Männer saßen bei einem Vorrundenspiel der US-amerikanischen Frauen-Eishockeynationalmannschaft gegen Finnland im Publikum zusammen. Paul war unter anderem vor Ort, um seine Verlobte, die niederländische Eisschnellläuferin Jutta Leerdam, zu unterstützen (KURIER berichtete). 

Sollte sich der Influencer tatsächlich für eine Karriere in der Politik entscheiden, könnte ihm die Untersütztung von Donald Trump zahlreiche Türen öffnen. Wie er jedoch in der Politik und bei der Bevölkerung ankommen würde, ist bis dato fraglich. Immerhin ist Paul nicht nur für witzige Videos und seine Boxkämpfe bekannt, sondern auch für zahlreiche Skandale

Die vielen Skandale um Jake Paul

Nicht nur mit seinem Auftritt mit Donald Trump sorgte der 29-Jährige für Aufsehen, auch mit seinen Kommentaren gegen den US-Ski-Freestyler Hunter Hess war er zuletzt in den Schlagzeilen. Der Influencer kritisierte Hess, nachdem er sich über das teils brutale Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten in den USA geäußert hatte. Hess sagte, es rufe „gemischte Gefühle“ hervor, die USA im Moment zu vertreten. „Nur weil ich die Flagge trage, heißt das nicht, dass ich alles repräsentiere, was gerade in den USA passiert“, sagte der 27-Jährige. 

Influencer kritisierte Sänger Bad Bunny 

Jake Paul schrieb auf der Plattform X (vormals Twitter) an Hess gerichtet: „Von allen echten Amerikanern: Wenn Du dieses Land nicht repräsentieren willst, dann zieh doch woanders hin.“ Dafür hagelte es für Paul ebenfalls Kritik, da er nicht in den USA, sondern Puerto Rico lebt. Das bekam der ehemalige Musiker auch zu spüren, als er gegen Superbowl-Halbzeitshow-Act Bad Bunny wetterte.

„Schaltet diese Halbzeitshow ab. Da tritt ein angeblicher amerikanischer Bürger auf, der Amerika öffentlich hasst. Das kann ich nicht unterstützen“, kommentierte er den Auftritt des Puerto Ricaners auf X. Offensichtlich wollte er dem Sänger seine Staatsbürgerschaft absprechen, wobei Puerto Rico ein nicht inkorporiertes Gebiet der USA und demnach dem Land zugehörig ist. 

Partyexzesse und Betrugsvorwürfe

In der Vergangenheit sorgte Paul für Aufsehen mit seiner Musikgruppe Team 10, die nicht nur für Lieder, sondern auch für Ausschreitungen in ihrer Villa bekannt waren. Die Partyexzesse und gefährlichen Stunts, die der US-Amerikaner im Garten durchführte, kosteten Paul 2017 sogar seine Rolle in der Disney-Show „Bizardvaark“

  • Dazu reihten sich Anschuldigungen von Betrug gegen den 29-Jährigen, als er 2018 einen „Kurs“ veröffentlichte.
  • Darin wollte er seinen Fans beibringen, wie sie zu Social-Media-Stars aufsteigen und seinem „Team 1000“ beitreten können.
  • Dies ist jedoch nie passiert und schnell wurde dem YouTuber vorgeworfen, dass er seinen jungen Fans das Geld aus der Tasche ziehen würde. 

Auch das Bewerben von zwielichtigen Krypto-Deals oder Mystery-Boxen wurde dem YouTuber Jahre später im Netz vorgeworfen. 

Razzia und Vorwürfe sexueller Nötigung

2020 wurde die Villa des Content Creators vom FBI im Rahmen einer Untersuchung gestürmt. Die Razzia erfolgte nach Pauls Verhaftung im Scottsdale Fashion Square zusammen mit seinem Freund Arman Izadi. Beide Männer wurden wegen Hausfriedensbruchs und unerlaubter Versammlung angeklagt, nachdem sie eine plündernde Menge im Einkaufszentrum gefilmt hatten. Die Ausschreitungen ereigneten sich während Anti-Rassismus-Protesten in Arizona. Während der Untersuchung seiner Villa trugen die Beamten zahlreiche Waffen aus dem Haus des Influencers. 

Auch die Influencerin Justine Paradise erhob schwere Anschuldigungen gegen Jake Paul. Die TikTokerin hatte ihn beschuldigt, sie 2019 in seinem Haus in Los Angeles sexuell missbraucht zu haben. Erst 2021 äußerte sich die Content Creatorin zu den Vorwürfen, nachdem eine Verschwiegenheitsklausel sie vorerst daran gehindert haben soll. Diese soll sie unterschrieben haben, als sie das Team-10-Haus von Paul betreten habe. Jake Paul stritt die Vorwürfe ab und bezeichnete sie als „100 Prozent falsch“. 

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