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Notfallplan Gas: Deutschland legt strategische Reserve an

Sabotage, Lieferstopp oder Gasmangel: Berlin will für den Ernstfall vorsorgen und Gas für Krisenzeiten einlagern.
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Deutschlands Bundesregierung will für Krisenfälle eine strategische Gasreserve aufbauen. Im deutschen Bundeswirtschaftsministerium wurde am Dienstag ein entsprechender Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt. Angestrebt werde ein Kabinettsbeschluss Mitte August, erfuhr Reuters von einem Insider. Die Reserve solle ausdrücklich nicht der saisonalen Winterversorgung dienen. Dies bleibe Aufgabe von Händlern, Lieferanten und Versorgern.

Der Staat solle aber für Extremfälle vorsorgen, etwa bei Sabotage an Infrastruktur oder einer globalen Gasmangellage. Ein Konzept des Ministeriums sieht dem Insider zufolge vor, dass die Reserve rund 24 Terawattstunden Gas umfassen soll. Das entspreche knapp zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität. Die Kosten für Aufbau, Gaseinkauf und Einspeicherung der Reserve würden auf 1,2 bis 1,5 Mrd. Euro geschätzt und sich auf die Jahre 2027 und 2028 verteilen. Hinzu kämen laufende Kosten von 150 bis 180 Mio. Euro jährlich, unter anderem für Speicherkapazitäten, Transport und Verwaltung. Finanziert werden solle die Reserve über eine Umlage auf die Gasverbraucherinnen und Gasverbraucher.

Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte eine solche Reserve in der Vergangenheit als Notfallinstrument bezeichnet. Mit der Gasreserve soll demnach das Instrumentarium der Bundesnetzagentur erweitert werden. In einer Gasmangellage ist die Behörde für Eingriffe zuständig. Die Reserve soll demnach helfen, Versorgungsengpässe zu vermeiden oder hinauszuzögern, Abschaltungen einzelner Industriekunden möglichst zu verhindern und Zeit für Reparaturen oder alternative Importe zu gewinnen.

Insider: Absicherung für Ausfall der Gaslieferungen

Abgesichert werden soll dem Insider zufolge ein 30-tägiger Ausfall der größten Importinfrastruktur, konkret des Anlandepunktes Dornum in Niedersachsen, über den ein großer Teil der norwegischen Pipeline-Lieferungen in Deutschland ankommt. Mit 24 Terawattstunden ließen sich nach den internen Berechnungen auch rund 40 Tage Ausfall von LNG-Importen oder zehn Tage Vollversorgung von Haushalten und Gewerbe in einem Extremwinter bei Ausfall sämtlicher Pipeline- und LNG-Importe abdecken. In einem Normalwinter wären es demnach 18 Tage.

Der internen Zeitplanung zufolge könnte der deutsche Bundestag erstmals Ende September über das Vorhaben beraten. Die Regelung könnte demnach ab 1. Jänner 2027 in Kraft treten.

In Österreich gibt es eine Gasreserve. Diese wurde kürzlich bis 2029 verlängert.

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