Wahl in Dänemark: Sozialdemokraten liegen laut Prognosen vorne

Erste Prognosen veröffentlicht, die Sozialdemokraten von Mette Frederiksen liegen vorne - jedoch mit historisch schlechtem Ergebnis.
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Die Sozialdemokraten von Mette Frederiksen gehen aus der Parlamentswahl in Dänemark ersten Prognosen zufolge erneut als stärkste Kraft hervor - steuern aber auf ein historisch schlechtes Ergebnis zu. 

Wie und ob Frederiksen das Land eine dritte Amtszeit lang regieren kann, ist deshalb noch nicht sicher: In Nachwahlbefragungen der großen Fernsehsender DR und TV2 zeichneten sich am Abend unklare Mehrheitsverhältnisse ab.

Wahlen in Dänemark: Vorläufiges Ergebnis in der Nacht

Die drei bisherigen Regierungsparteien - Sozialdemokraten, rechtsliberale Venstre und die Partei Moderaterne von Außenminister Lars Løkke Rasmussen - sind danach deutlich von einer Mehrheit entfernt. Aber auch ein klassisches links-grünes Bündnis wäre nach den Prognosen auf die Unterstützung einer weiteren Partei, im wahrscheinlichsten Fall der in der politischen Mitte angesiedelten Moderaterne, angewiesen. Moderaterne könnte damit entscheiden, ob das Linksbündnis oder das rechte Lager die nächste Regierung stellt. Auch einige Mandatsträger aus den weitgehend autonomen Gebieten Grönland und den Färöer-Inseln könnten eine Rolle spielen.

Der linke Block kam am Dienstag einer Prognose des Senders DR und des Instituts Epinion zufolge auf 83 der 179 Sitze im Parlament, während das rechte Lager 79 Mandate erhielt. Eine Erhebung von TV2 und Megafon sieht die Linken bei 86 und die Rechten bei 75 Sitzen. Moderaterne kann den Prognosen zufolge mit 14 Sitzen rechnen.

Rund 4,3 Millionen Däninnen und Dänen waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Ein vorläufiges Endergebnis könnte im Laufe der Wahlnacht feststehen.

Frederiksen profitiert von Grönland

Frederiksen regiert das skandinavische Land seit 2019. Sie profitierte in den vergangenen Monaten von ihrer klaren Ablehnung der von US-Präsident Donald Trump gewünschten Abtretung von Grönland. Viele Dänen sind der Fokussierung der Regierungschefin auf internationale Themen jedoch überdrüssig geworden und werfen ihr vor, innenpolitische Probleme zu vernachlässigen. Auch die Unzufriedenheit der Wähler über die hohen Lebenshaltungskosten dürfte die Regierungschefin Stimmen gekostet haben.

Trump hatte im Jänner seine Forderungen nach einer Kontrolle über das weitgehend autonome dänische Gebiet Grönland rhetorisch verschärft und militärische Gewalt nicht ausgeschlossen. Frederiksens Ansehen stieg wegen ihres Widerstandes gegen die Forderungen von Trump. Sie rief daraufhin vorgezogene Parlamentswahlen aus, der eigentliche Termin wäre im Oktober gewesen. Neben der Außenpolitik prägten innenpolitische Themen wie eine geplante Reichensteuer, die Einwanderungspolitik und der Umweltschutz den Wahlkampf.

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