Politik | Ausland
25.10.2018

China und Russland hören offenbar Trumps iPhone ab

Trumps Mitarbeiter hätten den Präsidenten wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass das Telefon nicht sicher sei.

China und Russland hören einem Zeitungsbericht zufolge bei Mobilfunk-Telefonaten von US-Präsident Donald Trump mit. Spione aus beiden Ländern hätten sich Zugang zu dem unsicheren Telefon Trumps verschafft, das der US-Präsident für private Telefonate mit alten Freunden verwende, berichtete die New York Times am Mittwoch unter Berufung auf amtierende und ehemalige Vertreter der US-Regierung.

Trumps Mitarbeiter hätten den Präsidenten wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass das Telefon nicht sicher sei und dass Russland regelmäßig mithöre, aber Trump wolle sich von dem Gerät nicht trennen. Vom US-Präsidialamt war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Laut dem Bericht der New York Times besitzt Trump drei iPhones. Zwei davon wären von der NSA umgerüstet worden, um sie abhörsicher zu machen. Der Eingriff schränkt aber die Funktionen des Mobilgeräts ein, weshalb Trump ein weiteres - ungesichertes - Handy besitzt.

Beeinflussung im Handelsstreit

China nutze die Informationen aus den mitgehörten Telefonaten für seine politischen Ziele, so die Zeitung. Die Regierung in Peking versuche so herauszufinden, wie Trump denke, wem er zuhöre und wie er am besten zu beeinflussen sei. Wichtigstes Anliegen dabei sei zu verhindern, dass der Handelskonflikt zwischen den beiden weltweit größten Wirtschaftsmächte eskaliere.

Die Sicherheitslücke im Weißen Haus ist politisch brisant: Im Präsidentschaftswahlkampf griff Trump seine Rivalin Hillary Clinton immer wieder an, weil sie ihre private Email-Adresse in ihrer Funktion als Außenministerin verwendet hatte.