Politik | Ausland
14.08.2017

Charlottesville: Scaramucci kritisiert Trumps Reaktion

Ex-Kommunikationschef: "Er hätte viel härter sein sollen im Umgang mit den weißen Rassisten."

In seinem ersten Interview nach dem Verlassen des Weißen Hauses hat Anthony Scaramucci US-Präsident Donald Trumps vage Äußerungen zur Gewalt in Charlottesville kritisiert. "Ich hätte ihm dieses Statement nicht empfohlen", sagte der Ex-Kommunikationschef am Sonntag (Ortszeit) dem US-Sender ABC News.

"Er hätte viel härter sein sollen im Umgang mit den weißen Rassisten." Der Angriff sei Terrorismus gewesen, so Scaramucci weiter.

Erschreckende Ereignisse in Charlottesville

Die Ereignisse von Charlottesville werfen ein Schlaglicht auf die rechte Szene in den USA. Wohl nie zuvor waren Gruppierungen der extremen Rechten in den USA prominenter als in der Ära Donald Trumps. Die Zusammenstöße bei einer Rassisten-Demonstration in Charlottesville offenbarten am Wochenende ihren Fanatismus, ihre Militanz und ihren hohen Organisationsgrad.

Der ehemalige Investor aus New York feuerte auch erneut gegen Trumps Chef-Strategen Steve Bannon. Dessen Toleranz für weißen Nationalismus und Dominanzideologie sei unverzeihlich. Von diesem "Nonsens" solle sich der Präsident verabschieden.

>>> Die Schande von Charlottesville

Zehn Tage

Scaramucci musste Ende Juli nur zehn Tage nach seiner Ernennung zum Kommunikationschef den Posten räumen. Kurz vorher machte der 53-Jährige mit äußerst unflätigen Äußerungen in einem Interview mit dem "New Yorker" über Bannon und Trumps ehemaligen Stabschef Reince Priebus von sich reden. In Bezug darauf zeigte er sich in dem Interview vom Sonntag nur teilweise selbstkritisch: "Ich habe einen unerzwungenen Fehler begangen." Allerdings habe ihn der Artikel mit den Zitaten schlecht aussehen lassen. Er habe gedacht, seine Aussagen zu Priebus und Bannon seien vertraulich gewesen.