Die Pipeline soll bei heftigen Gefechten nahe dem Flughafen in Damaskus getroffen worden sein.

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Stromausfall
10/23/2013

Blackout in Teilen Syriens nach Pipeline-Explosion

Die Pipeline wurde bei heftigen Gefechten zwischen Regierungstruppen und Aufständischen getroffen.

Nach einem Angriff auf eine Gasleitung bei Damaskus ist am Mittwochabend in weiten Teilen Syriens der Strom ausgefallen. Ein "Terrorangriff" auf die Gaszufuhr eines Elektrizitätswerks habe zum Ausfall des Stroms geführt, sagte Elektrizitätsminister Emad Chamis laut der Nachrichtenagentur Sana. Ein AFP-Journalist beobachtete einen riesigen Feuerball beim Flughafen von Damaskus nahe dem betroffenen Kraftwerk. Laut der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte fiel nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in Homs im Zentrum und in Aleppo im Norden des Strom aus.

Es handle sich offenbar um einen gut vorbereiteten Angriff, erklärte die Beobachtungsstelle. Ihren Angaben zufolge wurden bei einem Autobombenanschlag im Viertel Doumar in Damaskus am Mittwochabend zahlreiche Soldaten verletzt und womöglich mehrere getötet. Nähere Angaben wurden zunächst nicht gemacht. Während des Tages waren der oppositionsnahen Organisation zufolge beim Beschuss durch Rebellen in der Hauptstadt fünf Menschen getötet und 22 weitere verletzt worden.

Abgeriegelt und isoliert

Hilfsorganisationen berichteten am Mittwoch zudem, Regierungstruppen wurden seit Tagen die Region Ghuta östlich von Damaskus abriegeln, die als Hochburg der Rebellen gilt. Weder Lebensmittel noch andere Güter würden durchkommen. Viele Menschen befürchten, dass sie dasselbe Schicksal erleiden wie die Einwohner in den abgeriegelten Vorstädten im Westen der Hauptstadt. Dort ist der Hunger inzwischen so groß, dass Ärzte von Todesfällen und Krankheiten wegen Unterernährung sprechen.

Das syrische Außenministerium wies unterdessen jede ausländische Einmischung in die Geschicke des Landes zurück. Allein das syrische Volk könne seine Führung bestimmen und über "die Gegenwart und Zukunft Syriens" entscheiden, hieß es in einer Erklärung. Das Volk werde nicht zulassen, dass eine ausländische Macht die Regierung bestimme oder ihre Aufgaben festsetze. Das Ministerium bekräftigte die Bereitschaft Syriens, "ohne Vorbedingungen" an der geplanten Friedenskonferenz in Genf teilzunehmen.

In Istanbul bemühte sich unterdessen der US-Botschafter in Syrien, Robert Ford, darum, die Opposition zur Teilnahme an den Gesprächen Ende November zu bewegen. Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, sagte, die Teilnahme der Opposition sei entscheidend, weshalb Ford derzeit mit deren Vertretern Gespräche führe. Mehrere Mitglieder des größten Oppositionsbündnisse Syrische Nationale Koalition hatten am Mittwoch eine Teilnahme abgelehnt, sofern die syrische Führung um Präsident Bashar al-Assad vertreten ist. Eine endgültige Entscheidung über seine Teilnahme will das Bündnis am 2. November treffen.

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