Politik | Ausland
10.11.2017

Türkei bot Trump-Berater Geld für Entführung Gülens

Laut einem Zeitungsbericht haben Vertreter der türkischen Regierung dem damaligen Sicherheitsberater von Donald Trump Millionen geboten. Hinweise auf tatsächliche Zahlungen gibt es nicht.

Vertreter der türkischen Regierung haben nach einem Zeitungsbericht dem seinerzeitigen Trump-Vertrauten Michael Flynn im vergangenen Jahr Millionen Dollar für eine Entführung des Predigers Fethullah Gülen aus den USA angeboten, berichteten das Wall Street Journal und der Sender NBC am Freitag.. Der Geistliche, den die Türkei als Staatsfeind Nummer eins betrachtet, lebt in Pennsylvania im Exil.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält die Gülen-Bewegung für den Drahtzieher des gescheiterten Putschversuches im Juli 2016 und hat bisher vergeblich auf eine Auslieferung des Geistlichen gedrungen. Die türkischen Behörden gehen mit großer Härte gegen vermeintliche Gülen-Anhänger vor. Wie das Wall Street Journal am Freitag berichtete, trafen sich die türkischen Regierungsvertreter mit Flynn im vergangenen Dezember in Washington - nach Trumps Wahlsieg, aber vor seinem Amtsantritt. Dabei sei unter anderem über einen Plan gesprochen worden, Gülen gewaltsam mit einem Privatflugzeug in die Türkei und dort auf die türkische Gefängnisinsel Imrali zu bringen.

Donald Trump war zu diesem Zeitpunkt bereits gewählter Präsident und Flynn sein designierter Sicherheitsberater. Insgesamt seien Flynn und dessen Sohn Michael bis zu 15 Millionen Dollar (12,9 Millionen Euro) für die Entführung des Predigers angeboten worden. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass es zu irgendwelchen Zahlungen gekommen sei. Flynn hat in der Vergangenheit in den USA Lobbyarbeiten für die türkische Regierung verrichtet.

Teil der Untersuchungen zur Russland-Connection

Nach Angaben des Blattes sind das Treffen und der angebliche Plan Gegenstand der Untersuchungen von FBI-Sonderermittler Robert Mueller. Dieser geht zwar primär der Frage nach, ob es zwischen dem Trump-Wahlkampflager und Russland Absprachen über eine Wahlbeeinflussung gegeben hat. Aber diese Ermittlungen haben sich inzwischen verästelt.

Flynn ist ursprünglich wegen Russland-Kontakten im Präsidentschaftswahlkampf in Muellers Visier geraten, mittlerweile geht es bei den Ermittlungen aber auch um finanzielle Geschäfte des Ex-Generals. Trump hatte ihn im Frühjahr als Sicherheitsberater gefeuert, weil er über Gespräche mit dem seinerzeitigen Moskauer Botschafter in Washington gelogen hatte. Das Wall Street Journal beruft sich bei seinem Bericht auf Kreise, die über die Mueller-Ermittlungen informiert sind.

US-Sonderermittler Robert Mueller geht Medienberichten zufolge dem Verdacht korrupter Absprachen zwischen der Türkei und dem früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn nach. Hochrangige türkische Regierungsvertreter sollen dem damaligen Donald-Trump-Vertrauten Flynn bis zu 15 Millionen Dollar (12,9 Millionen Euro) zugesagt haben, wenn er die Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen, an die Türkei herbeiführe, berichteten das "Wall Street Journal" und der Sender NBC am Freitag.

Sonderermittler Mueller soll schwerpunktmäßig russische Manipulationen im US-Wahlkampf untersuchen. Den Medienberichten zufolge hat der Ermittler nun aber auch das Treffen Flynns mit türkischen Vertretern im Visier. Die Zeitung und der TV-Sender berufen sich auf mehrere Quellen mit Kenntnissen über den internen Stand von Muellers Ermittlungen.

Das Treffen soll im Dezember 2016 in New York stattgefunden haben - nach Trumps Wahlsieg, aber vor seinem Amtsantritt. Dabei sei unter anderem die Frage zur Sprache gekommen, ob der regierungskritische türkische Prediger Gülen heimlich in einem Privatjet aus den USA auf die türkische Gefängnisinsel Imrali ausgeflogen werden könnte, berichteten NBC und "Wall Street Journal".

Die türkischen Vertreter hätten Flynn viel Geld für den Fall angeboten, dass er Gülens Auslieferung bewirke. Unklar sei aber, wie detailliert die Beratungen waren und ob tatsächlich bereits Geld geflossen sei, betonten die US-Medien.

Gülen verfügt in der Türkei über eine große Anhängerschaft. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält ihn für einen der Drahtzieher des gescheiterten Putschversuchs gegen ihn.