© APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS

Politik Ausland
09/28/2021

Bericht: CIA wollte Julian Assange entführen und töten

Ex-CIA-Chef Mike Pompeo und seine damaligen Spitzenbeamten sollen 2017 unter Donald Trump Pläne zur Entführung und Ermordung des „WikiLeaks"-Gründers geschmiedet haben.

von Sarah Emminger

„Sie haben Blut gesehen”, sagt ein Ex-Beamter der nationalen US-Sicherheit in einem kürzlich veröffentlichten Bericht von Yahoo! News. Mit „sie“ meint er seinen früheren Vorgesetzten Mike Pompeo – damals noch CIA-Chef und später Außenminister unter Donald Trump – und die restliche CIA-Führung.

Dem Bericht zufolge war der US-Auslandsgeheimdienst offenbar zu allem bereit, um WikiLeaks"-Gründer Julian Assange in die Hände zu bekommen. In den höchsten Administrationsebenen des damaligen US-Präsidenten Donald Trump sollen unter anderem Pläne diskutiert worden sein, die eine Entführung und Tötung von Assange beinhaltet hätten. „Es schien keine Grenzen zu geben“, wird ein ehemals hochrangiger Anti-Terror-Beamter zitiert.

Wegen Angst vor Folgen verworfen

Zu den diskutierten Szenarien hat laut Yahoo auch ein mögliches Feuergefecht im Herzen Londons zwischen US-amerikanischen und britischen Geheimdienstlern auf der einen Seite und russischen Agenten auf der anderen Seite gehört, falls die Russen versucht hätten, Assanges Flucht zu organisieren. Aus Angst vor einer internationalen Krise mit unvorhersehbaren Folgen und Problemen mit Großbritannien, sei dies aber wieder verworfen worden.

Die Überlegungen wurden laut Yahoo 2017 gemacht, als Assange bereits sein fünftes Jahr in der ecuadorianischen Botschaft in London verbrachte. Dort suchte er 2012 um Asyl an, um seine Auslieferung nach Schweden zu verhindern.

Grund für die brutalen Pläne von Mike Pompeo und seinen CIA-Spitzenbeamten dürften die Veröffentlichungen von „Vault 7“ durch „WikiLeaks" gewesen sein. Dabei handelte es sich um eine Reihe von internen CIA-Dokumenten, die unter anderem Inhalte über die heimliche Kompromittierung von IT-Geräten enthielten. Der Geheimdienst hatte die Dokumente nur unzureichend gesichert.

Trump dementiert die Vorwürfe

„Als amerikanischer Staatsbürger finde ich es absolut empörend und beschämend, dass unsere Regierung die Entführung oder Ermordung von jemandem ohne Gerichtsverfahren in Betracht gezogen haben könnte, einfach weil er die Wahrheit gesagt hat, indem er echte Informationen veröffentlicht hat“, äußerte sich einer von Assanges Anwälten, Barry Pollack, zu dem Yahoo-Bericht.

Die CIA weigerte sich, die Vorwürfe zu kommentieren und Donald Trump dementierte sie. „Ich finde, er (Assange) wurde sehr schlecht behandelt“, sagte der Ex-Präsident.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.