Lukaschenko besuchte Putin in Sotschi

© APA/AFP/SPUTNIK/MIKHAIL KLIMENTYEV

Politik Ausland
09/14/2020

Belarus: Putin unterstützt Lukaschenko mit Milliardenkredit

Der Kremlchef lässt seinen Kollegen nicht im Regen stehen, spricht sich aber für eine Verfassungsreform in Belarus aus.

Der russische Wladimir Putin hat angesichts des Machtkampfes in Belarus (Weißrussland) seinem angeschlagenen Kollegen Alexander Lukaschenko einen Kredit von 1,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,3 Mrd. Euro) versprochen. Das Nachbarland solle "in diesem schwierigen Moment" die Hilfe aus Moskau bekommen, sagte Putin am Montag bei einem Treffen mit Lukaschenko in Sotschi.

18 Milliarden Dollar Schulden

Der umstrittene Staatschef steht seit der Präsidentenwahl und den wochenlangen Massenprotesten im August immens unter Druck. Minsk ist wirtschaftlich massiv von Moskau abhängig. Belarus hat laut eigenem Finanzministerium 18 Milliarden US-Dollar Schulden im Ausland. Mit einem großen Teil dieser Summe steht das Land demnach bei Russland in der Kreide.

Es ist das erste persönliche Treffen der beiden seit der umstrittenen Präsidentenwahl vom 9. August - und das erste Mal seit der Wahl, dass Lukaschenko das Land verlassen hat. Er hatte sich nach 26 Jahren an der Macht zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger erklären lassen - mit mehr als 80 Prozent der Stimmen. Die EU erkennt dieses Ergebnis nicht an. Moskau hatte Lukaschenko jedoch gratuliert.

Putin sprach sich aufgrund der angespannten Lage auch für eine Verfassungsreform in Weißrussland aus. "Ich denke, dass ist logisch, zeitgemäß und angemessen", sagte der Kremlchef. Mögliche Veränderungen hatte Lukaschenko bereits nicht ausgeschlossen. Die Opposition betonte aber, dass er mit diesen Versprechungen nur Zeit gewinnen wolle.

Warnung an das Ausland

Zugleich warnte Putin einmal mehr vor einer Einmischung des Auslands in den Machtkampf. Die Menschen sollten ohne Druck von außen in einem Dialog miteinander reden, "um diese Situation zu klären". Der Kremlchef selbst hatte zuvor Belarus für den Ernstfall auch Truppen-Unterstützung in Aussicht gestellt.

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